Naturerlebnisse auf Vancouver Island

Ein Vortrag von Roland Günther,  Auswanderer aus Walldorf

 

Vor über 40 Jahren gab Roland Günther mit seiner Begeisterung für den Naturschutz die Initialzündung, die zur Gründung der Ortsgruppe des DBV (jetzt NABU) führte. Vor 13 Jahren wanderte der Arzt nach Kanada aus, wo er in einem Naturparadies an der Pazifikküste eine neue Heimat fand. Nach vielen, vielen Jahren wird er nun wieder einen Vortrag bei uns in Walldorf halten. Er wird von der Natur auf Vancouver Island berichten, einer ca. 450 Kilometer langen Insel vor der Westküste Kanadas. Sein Vortrag wird Erzählungen enthalten von Gletschern über Regenwälder bis zum Meer, vom winzigen Kolibri bis zum Adler, von den Waschbären im Garten bis zu Seelöwen, Buckelwalen und Orcas. Ausführlich wird er den jährlichen Lachszug beschreiben, bei dem Millionen von Fischen nach Jahren im Ozean wieder in ihre Geburtsflüsse aufsteigen um abzulaichen, zu sterben und so für eine neue Generation von Lachsen zu sorgen. Rolands Vortrag wird auch ein Gruß des örtlichen Naturschutzbundes auf Vancouver Island an den NABU Walldorf-Sandhausen sein, denn die Mitglieder der dortigen Naturfotografie-AG haben Roland freundlicherweise ihre wundervollen Bilder für diesen Vortrag zur Verfügung gestellt.

 

Wann und wo? Am 12.12.18 um 19:30 Uhr im Foyer der Astoria-Halle Walldorf

 

Roland Günther (Foto: Yvonne Rauchfuß) hat auf Vancouver Island Tochter (Katharina Minack) und Enkelin am Fluss fotografiert


Vom Frühlings-Hungerblümchen bis zur Sand-Steppenbiene

Flora und Fauna der Sandhausener Binnendünen nahm der NABU Walldorf-Sandhausen im Rahmen seiner Veranstaltungsreihe im Pfälzer Hof Walldorf in den Blick. Mitglied Peter Weiser, der im Ehrenamt auch Naturschutzwart ist, zeigte eine Serie faszinierender Makroaufnahmen und berichtete von unterschiedlichen Strategien der Anpassung an den Extremstandort. Der Sandboden in den Naturschutzgebieten Pferdstriebdüne, Pflege Schönau-Galgenbuckel und Zugmantel-Bandholz hält kein Wasser, ist extrem trocken und nährstoffarm. Die seltene Sand-Silberscharte etwa bildet bis zu 2,50 Meter tiefe Wurzeln, das Frühlingshungerblümchen meidet die heiße Jahreszeit, Sommerwurz und Gelber Zahntrost parasitieren auf anderen Pflanzen, der Scharfe Mauerpfeffer speichert Wasser in den Blättern und der dunkelrot-violett blühende Kugelköpfige Lauch nutzt Zwiebeln als unterirdische Speicherorgane.

Mit eigenen Beobachtungen und der Aufzählung in einer Monographie kam Weiser für die Sandhäuser Dünen auf 2648 Arten. „Beim Thema Artenvielfalt geht es auch um unsere Lebensgrundlagen“, machte der Biologe deutlich. Stabile Ökosysteme und gesunde Böden seien wichtig für die menschliche Ernährung, dagegen förderten Monokulturen die Massenvermehrung von Schädlingen. Auch der beschleunigte Klimawandel führe zu labilen Ökosystemen. Pflanzen und Tieren fehle die Zeit, sich an die raschen Veränderungen anzupassen.

 

Weiser ging auch auf den schleichenden Nährstoffeintrag durch Verkehr und Hundekot, auf die Ausbreitung von Neophyten sowie die fehlende Vernetzung der Kleinbiotope ein und brach eine Lanze für die Schaffung weiterer Offenbereiche mit Sandflächen - wie die Freistellung der Dünenkuppen Maulbeerbuckel und Saupferchbuckel.

 

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Besonderer Lebensraum im Fokus

Auf den ersten Blick wirkt die steppenartige Landschaft der Sandhausener Binnendünen wenig spektakulär. Doch wer genau hinsieht und sich dabei genug Zeit nimmt, kann spannende Entdeckungen machen. Einer, der mit Kamera und Notizbuch ausgerüstet, schon unzählige Stunden in den Naturschutzgebieten verbracht hat, ist Peter Weiser. Der promovierte Biologe engagiert sich ehrenamtlich als Naturschutzwart und im Vorstand des NABU Walldorf-Sandhausen, auf dessen Einladung er am 21. November in Walldorf einen Bildervortrag hält. Anhand beeindruckender Makrofotografien demonstriert er die Anpassung verschiedener Arten an den Extremstandort Düne. Er zeigt Bilder von seltenen Dünenpflanzen, prächtigen Schmetterlingen, räuberischen Grabwespen, seltenen Solitärbienen, winzigen Sand-Steppenbienen und eigentümlichen Krabbenspinnen. Weiser bietet einen fundierten Überblick über Entstehung und Bedeutung der Binnendünen, geht aber auch auf die Bedrohungen der Sandrasen ein: Nährstoffeintrag durch Verkehr und Hundekot, Neophyten, sowie die fehlende Vernetzung der Kleinbiotope. Außerdem bricht er eine Lanze für die Schaffung weiterer Offenbereiche mit Sandflächen - wie in Sandhausen die Auflichtungen bei der Pflege Schönau sowie in Walldorf die Freistellung der Dünenkuppen Maulbeerbuckel und Saupferchbuckel.

 

Der Vortrag findet statt am 21. November um 19.30 Uhr im Pfälzer Hof (Sängersaal), Schwetzinger Str. 2 in Walldorf. Der Eintritt ist frei.

Fotos: Peter Weiser


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'Umsteuern' für mehr Nachhaltigkeit

Auf Einladung des NABU Walldorf-Sandhausen stellt der Tübinger Pfarrer Frithjof Rittberger am 10. Oktober um 19:30 Uhr in der Scheune Hillesheim, Johann-Jakob-Astor-Str. 1, in Walldorf seine Initiative für eine ökosoziale Reform der Mehrwertsteuer vor.

 

 

Fast alle sind dafür, dass Lebensmittel möglichst ohne Umweltbelastung angebaut werden, dass Kleidung fair gehandelt wird oder dass der Verkehr weniger C02 freisetzt. Dennoch ist der Anteil nachhaltigen Konsums auch nach vielen Jahrzehnten der Umweltbewegung eher gering. Appelle verpuffen, und diejenigen, die ökologisch bewusst einkaufen oder produzieren, haben oft das Gefühl, politisch benachteiligt zu werden. Wer mit seinen Produkten Boden, Wasser und Luft vergiftet oder Arbeitskräfte ausbeutet, hat einen Wettbewerbsvorteil durch niedrigere Preise und lädt die Umweltfolgekosten der Steuer zahlenden Allgemeinheit auf. Wer aber Umweltschäden vermeidet zahlt drauf.

 

Um das zu ändern setzt sich der Tübinger Pfarrer Frithjof Rittberger in einer Petition dafür ein, dass soziale Kosten und Umweltfolgekosten in die normale Preis­gestaltung mit einbezogen werden. Durch eine Reform der Mehrwertsteuer könnten zertifiziert nachhaltige beziehungsweise Fairtrade-Produkte und Dienst­leistungen geringer besteuert werden, umweltbelastende Vergleichsprodukte mit dem höheren, normalen Steuersatz. Rittberger, der fast nur Lebensmittel aus Öko-Landbau kauft und mit dem Fahrrad und Zug unterwegs ist, würde sich von einer solchen Reform zum Beispiel auch erhoffen, dass man in einer normalen Kantine oder am Pizzastand im Bahnhof die Chance hat, in Bio-Qualität zu essen – und dass man nicht für die Fahrt mit dem ICE hohe Steuern zahlen muss, sondern fürs Fliegen. So könnte eine ökologisch ermäßigte Steuer motivierend auf Angebot und Nachfrage wirken.

Rittberger freut sich, in der engagierten Fairtrade-Stadt Walldorf seine Initiative vorstellen zu können. Er gibt einen Einblick in seine bisherigen Erfahrungen mit Verbänden, Politik und Medien und hofft auf eine lebhafte Diskussion.

 

Pfarrer Frithjof Rittberger aus Tübingen setzt sich für eine faire und ökologische Reform der Mehrwertsteuer ein.


Die Scheune Hillesheim in Walldorf