Willkommen beim NABU Walldorf-Sandhausen

Im Bereich der Nabu Ortsgruppe Walldorf-Sandhausen liegt nicht nur die Sandhäuser Düne mit ihrer artenreichen Flora und Fauna seltener Dünenspezialisten. Wir haben mit den Walldorfer Wiesen auch Reste ehemaligen Feuchtwiesen, mit der Schwetzinger Hardt ein Waldschutzgebiet, und mit dem Hardtbach ein zwar künstliches, aber sauberes Gewässer, das in einem Teilbereich sogar FFH-Gebiet für in Baden-Württemberg sehr seltene Libellenarten ist.

 

Grüne Flußjunger, Dünen-Sandlaufkäfer oder Große Kreiselwespe sind echte Raritäten, die auch der Laie mit etwas Geduld zu Gesicht bekommen kann.

Faszinierende Aufnahmen

Jetzt auch als Videos: Naturbeobachtungen aus der Schwetzinger Hardt und den Sandhäuser Dünengebieten auf Youtube:

https://www.youtube.com/channel/UCBWM1XUmmTRUQ964v7AWgaQ

Weitere Aufnahmen finden sich auf der umfangreichen Dünen-Seite von NABU-Mitglied Peter Weiser:

Binnendüne Sandhausen - Flora und Fauna

 

Barfußpfad und Malwettbewerb

 

Immer wieder ein besonderes sinnliches Erlebnis: Der Barfußpfad des NABU Walldorf-Sandhausen beim WiWa Bewegungstag in Walldorf. Dieses Mal sogar bei herrlichem Spätsommerwetter auf der Außenterasse der Astoria Halle. Mit verbundenen Augen tasteten sich die Kinder durch Bottiche mit trockenem Laub und Rinde, weichem Sand, glatten Kieselsteinen und einem Gemisch aus Nüssen und Eicheln und dappten schließlich noch in kaltes Wasser. Mit einigen Helfern war die Sozialpädagogin Katharina Minack, die auch die NAJU-Gruppe leitet, gut beschäftigt und machte nebenher noch fleißig Reklame für den Naturschutzverband.

Erst am Wochenende zuvor hatte sich der NABU Walldorf-Sandhausen am Großen Waldtag Schwetzinger Hardt beteiligt, mit Informationen über die hiesige Natur, die Arbeit des NABU und einem Malwettbewerb zur biologischen Vielfalt.

Text und Fotos: heb

Natur-Knete hergestellt und Sachen getauscht

Viel Spaß hatten die NAJU-Kids bei ihrem jüngsten Treffen mit der Herstellung von Knete, die nur natürliche Zutaten enthält. Aus Mehl, Salz, Öl und Wasser entstand eine Knetmasse, die nach Benutzung ohne Probleme in Kompost oder Biomüll entsorgt werden kann. Aus dieser Knete wurden Waldwichtel, Schnecken, Spinnen, Eulen, Schmetterlinge und vieles mehr gestaltet. Ein weiteres Thema beim September-Treffen war die Frage „Was tun mit Dingen, die ich nicht mehr benötige?“ Einfach wegwerfen kommt aus Umweltschutzgründen lediglich für irreparabel kaputte Dinge in Frage. Oft genug sind die Sachen nur zu klein, entsprechen nicht mehr dem aktuellen Geschmack der Besitzer oder werden aus anderen Gründen nicht mehr benötigt. Gemeinsam veranstalteten wir einen kleinen Verschenke-Flohmarkt. Hier wechselten in kleiner Runde zahlreiche Dinge den Besitzer und sorgten für allerlei Gesprächsstoff. Und die Kids sammelten Ideen, wie man die Dinge sonst so an den Mann (oder die Frau) bringen könnte: z.B. Spenden, Verkaufen, Verwandten geben oder zum Basteln verwenden. Weitere Fotos, Infos und Termine gibt es auf der Homepage www.nabu-walldorf-sandhausen.de und bei Katharina Minack unter 06227-398019.

Text und Fotos: Katharina Minack

 

Dank Klimawandel: Hardtwald hat neue Bewohner

 

An verschiedenen Stellen in der Schwetzinger Hardt konnten in den vergangen Jahren größere Kolonien der Efeu-Seidenbiene beobachtet werden. Diese Biene legt für ihre Brut Gänge in sandigem Boden an.
Vergangenes Jahr konnte NABU-Mitglied Peter Weiser in der Nähe einer Efeu-Seidenbienen-Kolonie ein einzelnes Exemplar des Schwarzen Seidenbienen-Ölkäfers (Stenoria analis) fotografieren und durch Experten bestimmen lassen.
Der Käfer ist eigentlich aus dem Mittelmeerraum bekannt, erst seit 2013 gibt es auch vereinzelte Beobachtungen in Süddeutschland. In diesem Jahr konnte der Biologe gleich mehrere Käfer finden und sogar eine Eiablage beobachten.
Aus dem Gelege schlüpften nach wenigen Tagen die sogenannten Triungulus-Larven. Sie schaffen es durch Lockstoffe die früher schwärmenden Männchen der Efeu-Seidenbiene anzulocken. Die Larven krallen sich im Pelz der Bienen fest und warten nun bis zur Paarung, was durchaus einige Wochen dauern kann. Dann müssen sie auf das Weibchen überwechseln. Auf diese Weise gelingt es ihnen, sich in die Brutröhren der Seidenbienen eintragen zu lassen, wo sie an der heranwachsenden Biene schmarotzen.
Vermutlich begünstigten die starken Populationen der Efeu-Seidenbiene in den Vorjahren eine erfolgreiche Vermehrung der Ölkäfer. So hat Weiser am Michaelsberg die Käfer in sehr großer Zahl bei der Eiablage beobachtet.
Die wahrscheinlich durch den Klimawandel begünstigte Ausbreitung der Efeu-Seidenbiene und ihres Gegenspielers Stenoria analis sollte nicht darüber hinwegtäuschen, dass bei uns die meisten Wildbienen und auch andere Insekten durch Lebensraumverlust und Umweltgifte im Bestand massiv bedroht sind.
Und ob genügend Efeu-Seidenbienen fliegen, um die nächste Generation des Schwarzen Seidenbienen-Ölkäfers hervorzubringen, bleibt abzuwarten.

Text und Fotos: Peter Weiser

Milchwirtschaft: Zielgerichtete Anreize setzen

 

Die auf Bundesebene angekündigten Soforthilfen für die Milchwirtschaft und die heutige Forderung der Unions-Fraktionsspitzen nach deren Ausweitung gehen nach Einschätzung des NABU Baden-Württemberg am Ziel vorbei. „Das eigentliche grundlegende Problem ist die zu große Milchmenge. Wenn es staatliche Hilfen gibt, müssen sie da ansetzen und eine Reduktion bewirken“, sagt NABU-Landwirtschaftsreferent Jochen Goedecke. „Gerade nicht zielführend ist es, Gelder per Gießkannen-Prinzip an alle Milchproduzenten zu verteilen.“
Stattdessen sei etwa die Fütterung ein Hebel, der sich schnell und einfach umlegen lasse: „Die Gleichung ist simpel: weniger Kraftfutter, weniger Milch“, sagt Goedecke. Sinnvoll könne etwa eine gezielte Förderung von Landwirtinnen und Landwirten sein, die auf Kraftfutter verzichten, das oftmals aus importierten und genetisch veränderten Pflanzen besteht. „So lässt sich die Reduktion der Milchmenge ohne Mehrkosten mit ökologischen Zielen verbinden.“ Denn wenn Kühe ganz traditionell Grünfutter zu fressen bekommen und die Wiesen zudem nachhaltig bewirtschaftet werden, könne das ein wesentlicher Beitrag zum Erhalt des dahinschwindenden artenreichen Grünlands sein.

NABU Baden-Württemberg

Kuh auf der Alm    Foto: heb

Fledermausexkursion der NAJU-Kids

Das letzte Treffen der NAJU-Kids vor der Sommerpause sollte wie immer ein ganz besonderes werden. Wir begannen die lange Nacht am Lagerfeuer und stärkten uns mit selbstgemachtem Stockbrot. Nach einem kurzen Schauer konnten wir wie geplant unsere Exkursion zum Leimbach beginnen. An der Lutherischen Brücke angekommen, erzählte uns Brigitte Heinz, seit über 25 Jahren Expertin für Fledermäuse, viele spannende Fakten über die nachtaktiven Tiere. Vier der 24 in Deutschland vorkommenden Fledermausarten sind vom Aussterben bedroht. Drei weitere Arten gelten als stark gefährdet, fünf als gefährdet. Sie leiden u.a. unter dem Einsatz von Pestiziden in der Landwirtschaft und der Zerstörung ihrer Quartiere durch Sanierung alter Gebäude. Mittels extrem hoher Rufe jagen die nachtaktiven Tiere im Dunkeln. Zwischen 5 und 20 Ultraschall-Töne pro Sekunde (!) stößt eine jagende Fledermaus aus. Am Echo erkennt sie, wie groß die Beute ist und in welcher Entfernung sie sich befindet. Die blitzschnellen Fledermäuse sind mit den Augen meist nur wenige Sekunden erkennbar. Tatsächlich zeigten sich einige Fledermäuse an und über dem Leimbach, zum Teil flogen sie direkt über unsere Köpfe hinweg. Mit Hilfe des Fledermausdetektors von Frau Heinz konnten wir die Rufe der Tiere für unsere menschlichen Ohren hörbar machen. Zwergfledermäuse und Breitflügelfledermäuse konnte die Fledermausexpertin anhand ihrer artspezifischen Rufe erkennen. Nach einem aufregenden Rückweg durch den dunklen Wald ging dieses Treffen zu Ende und sicherlich gibt es nun einige „Bat-Fans“ mehr unter den NAJU-Kids! Weitere Fotos, Infos und Termine gibt es auf der Homepage www.nabu-walldorf-sandhausen.de und bei Katharina Minack unter 06227-398019. Für alle Fragen rund um Fledermäuse hat der NABU eine Feldermaushotline eingerichtet. Diese ist unter 030-284984-5000 erreichbar.

Text und Fotos: Katharina Minack

 

Ich habe ein verletztes Wildtier gefunden, was nun?

Da diese Frage nicht immer leicht zu beantworten ist, hat der NABU für den Fall der Fälle Informationen und Adressen zusammengestellt. Sie können unter folgender Internetadresse abgerufen werden:

http://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/artenschutz/01946.html

Die Natur ein Gedicht

Die Hausaufgabe im Deutschunterricht lautete: Visualisiert ein Naturgedicht. Das hat unser NABU-Mitglied Hannah (17 Jahre) daraus gemacht: ein Video, das sehr gut zu den NABU-Themen Umweltzerstörung und Naturschutz passt.

Vom Aussterben bedroht

Das Sandstrohblumeneulchen ist ein eher unauffälliger Kleinschmetterling aus der Familie der Eulenfalter. Die erwachsenen Falter halten sich immer in der Nähe ihrer Raupenfutterpflanze, der Sandstrohblume, auf. Sehr typisch ist die Ruhestellung der Falter mit dem Kopf nach unten.

 

In Deutschland ist das Sandstrohblumeneulchen stark bedroht, was sicher mit dem schwindenden Lebensraum der Futterpflanze zu tun hat. Anscheinend legen die Schmetterlinge keine größeren Entfernungen zurück, so dass es keinen genetischen Austausch zwischen den oft isolierten Vorkommen der Sandstrohblume gibt. Tatsächlich gibt es inzwischen viele kleinere Populationen der Sandstrohblume, auf denen das Sandstrohblumeneulchen fehlt. Hier zeigt sich die Komplexität des Artenschutzes: Pflanzen und Insekten stehen in unterschiedlichen Beziehungen zueinander – Bestäuber, Nahrungslieferanten durch Pollen und Nektar, Lebensraum für die Larvenentwicklung,  natürliche Regulation des Bestandes. Wenn eine Art bedroht ist, sind in der Regel auch weitere in Beziehung zu dieser Art stehende Spezies gefährdet.

Auf dem Pferdstrieb Nord und insbesondere der Pflege Schönau kann der kleine Schmetterling mit etwas Glück noch beobachtet werden. Größere Vorkommen gibt es auch auf der Viernheimer Heide in Hessen, wo auch das nebenstehende Foto entstand.

 

In den Roten Listen Baden-Württembergs wird das Sandstrohblumeneulchen mit Kategorie 1 geführt: vom Aussterben bedroht.

Text und Foto: Peter Weiser

Sandhausen - 07.03.2016.

 

Für wertvolle Lebensräume Ersatz schaffen

 

NABU Walldorf-Sandhausen fordert eine Ausgleichsfläche für den Bau des SAP-Rechenzentrums

 

Die SAP will für den Ausbau ihres Cloud-Geschäfts auf rund 9 000 Quadratmetern Fläche ein Rechenzentrum bauen. Der Standort auf dem Gelände der Walzrute liegt zwischen dem Hasso-Plattner-Ring, einem Parkdeck und dem Hochholzer Wald.

Bei der jüngsten Mitgliederversammlung des NABU Walldorf-Sandhausen berichtete die Vorsitzende Karin Knitter-Lehmann über eine Stellungnahme, die der Ortsverband im Namen des NABU-LandesverbandesMitte Dezember abgegeben hat.
Wie Knitter-Lehmann darlegte, handle es sich um ökologisch wertvolle Sand-Magerrasen und Trockenrasen, entsprechend sei dieser Verlust zur Vermeidung genetischer Verarmung und im Zuge der Biotopvernetzung in räumlicher Nähe zum Eingriff auszugleichen.

"Die Überbauung stellt einen Verlust von wichtigem Nahrungs- und Lebensraum für Insekten, Eidechsen und Vögel dar", zitierte sie. Der NABU fordere, die Flurstücke südlich des geplanten Standorts bis zum südlich angrenzenden Waldrand als Ausgleichsflächen zur Verfügung zu stellen.

Gerade in der dicht bebauten und landwirtschaftlich intensiv genutzten Rheinebene müsse darauf geachtet werden, die Summe der Grünlandflächen zu erhalten. "Einen Ausgleich durch Verrechnung mit dem in der Aufstellung befindlichen Ökokonto der Stadt Walldorf halten wir für unrechtmäßig. Um Eingriffe mit Hilfe des Ökokontos ausgleichen zu können, muss dieses bereits vorher ein genügend großes Guthaben in Form von Grünlandausgleichsflächen tragen", betonte Knitter-Lehmann und schickte mit Verweis auf das Gutachten hinterher: "Wir bemägeln grundsätzlich, dass die Begehung des Untersuchungsgebietes in dem jahreszeitlich begrenzten Zeitraum von August bis Oktober 2015 für die Potenzialabschätzung nicht ausreichend war."

Knitter-Lehmann informierte, dass der Gemeinderat am 13. Oktober grünes Licht für das Planungsverfahren zum Rechenzentrum gegeben hatte. In der Dezembersitzung seien dann die Offenlage des Bebauungsplanentwurfs "Walzrute, 1. Teiländerung" und die Beteiligung der Träger öffentlicher Belange beschlossen worden.

Sabine Hebbelmann

Foto: LUBW

Für Mensch und Natur

Der Naturschutzbund Deutschland e.V. - NABU - möchte Menschen dafür begeistern, sich durch gemeinschaftliches Handeln für die Natur einzusetzen. Wir wollen, dass auch kommende Generationen eine Erde vorfinden, die lebenswert ist, die über eine große Vielfalt an Lebensräumen und Arten, sowie über gute Luft, sauberes Wasser, gesunde Böden und ein Höchstmaß an endlichen Ressourcen verfügt.

NABU-Landesvertreterversammlung 2015

Neuer Landesvorstand gewählt

Der neue NABU-Landesvorstand (Foto: NABU-LV Baden-Württemberg)

Die Delegierten der knapp 250 NABU-Gruppen in Baden-Württemberg haben am Samstag (21.11.) Andre Baumann einstimmig für weitere vier Jahre zum NABU-Landesvorsitzenden gewählt. Weiterlesen...

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Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene machen "action for nature"

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