Willkommen beim NABU Walldorf-Sandhausen

Im Bereich der Nabu Ortsgruppe Walldorf-Sandhausen liegt nicht nur die Sandhäuser Düne mit ihrer artenreichen Flora und Fauna seltener Dünenspezialisten. Wir haben mit den Walldorfer Wiesen auch Reste ehemaligen Feuchtwiesen, mit der Schwetzinger Hardt ein Waldschutzgebiet, und mit dem Hardtbach ein zwar künstliches, aber sauberes Gewässer, das in einem Teilbereich sogar FFH-Gebiet für in Baden-Württemberg sehr seltene Libellenarten ist.

 

Grüne Flußjunger, Dünen-Sandlaufkäfer oder Große Kreiselwespe sind echte Raritäten, die auch der Laie mit etwas Geduld zu Gesicht bekommen kann.

Wo die sonst seltene Heuschrecken-Sandwespe reiche Beute macht

Grabwepsen sind eine Unterordnung der Stechimmen, die im Boden, manchmal auch im Holz, Gänge anlegen um dort ihre Eier zu legen. Der Nachwuchs wird mit Nahrung versorgt. Anders als bei Solitärbienen wird aber kein Blütenpollen eingetragen, sondern lebende Beute. Im Fall der seltenen Heuschrecken-Sandwespe sind dies – Sie haben es erraten – Heuschrecken.

Bis vor wenigen Jahren galt die Heuschrecken-Sandwespe als sehr selten, die letzte Beobachtung auf den Sandhäuser Dünen stammt aus den 50er Jahren .

In diesem Jahr kann die Heuschrecken-Sandwespe beinahe als unsere häufigste Grabwespe gelten. Die bis zu 2 cm lange Wespe mit dem Roten Hinterleib ist allerdings auch recht auffällig. Die Weibchen legen ihrer Bruthöhlen gesellig an, wie an einer Kolonie in der Schwetzinger Hardt beobachtet werden konnte. Die gefangenen und durch einen Stich gelähmten Heuschrecken werden vor der Bruthöhle abgelegt. Nach einer Inspektion der Brutkammer kommt die Wespe noch einmal heraus und zieht die Heuschrecke geschwind ins Innere. Zusammen mit einem Ei wird sie in einer der unterirdischen Brutkammern deponiert. Die Larve ernährt sich sodann von der noch lebenden Heuschrecke. Das mag abschreckend klingen, jedoch spielen die räuberischen Insekten eine wichtige Rolle für die Populationskontrolle anderer Insekten.

Die Heuschrecken Sandwespe wurde in diesem Jahr auf dem Walldorfer Saupfergbuckel, auf einem älteren Kahlschlag in der Hardt, auf allen Sandhäuser Naturschutzgebieten, im Hirschacker und auf der Viernheimer Heide beobachtet. Ihre Ausbreitung könnte mit dem Klimawandel zusammenhängen, aber eventuell auch mit starken Populationen von Heuschrecken auf Sandrasengebieten.

Text und Fotos: Peter Weiser

Fledermausexkursion der NAJU-Kids

Das letzte Treffen der NAJU-Kids vor der Sommerpause sollte wie immer ein ganz besonderes werden. Wir begannen die lange Nacht am Lagerfeuer und stärkten uns mit selbstgemachtem Stockbrot. Nach einem kurzen Schauer konnten wir wie geplant unsere Exkursion zum Leimbach beginnen. An der Lutherischen Brücke angekommen, erzählte uns Brigitte Heinz, seit über 25 Jahren Expertin für Fledermäuse, viele spannende Fakten über die nachtaktiven Tiere. Vier der 24 in Deutschland vorkommenden Fledermausarten sind vom Aussterben bedroht. Drei weitere Arten gelten als stark gefährdet, fünf als gefährdet. Sie leiden u.a. unter dem Einsatz von Pestiziden in der Landwirtschaft und der Zerstörung ihrer Quartiere durch Sanierung alter Gebäude. Mittels extrem hoher Rufe jagen die nachtaktiven Tiere im Dunkeln. Zwischen 5 und 20 Ultraschall-Töne pro Sekunde (!) stößt eine jagende Fledermaus aus. Am Echo erkennt sie, wie groß die Beute ist und in welcher Entfernung sie sich befindet. Die blitzschnellen Fledermäuse sind mit den Augen meist nur wenige Sekunden erkennbar. Tatsächlich zeigten sich einige Fledermäuse an und über dem Leimbach, zum Teil flogen sie direkt über unsere Köpfe hinweg. Mit Hilfe des Fledermausdetektors von Frau Heinz konnten wir die Rufe der Tiere für unsere menschlichen Ohren hörbar machen. Zwergfledermäuse und Breitflügelfledermäuse konnte die Fledermausexpertin anhand ihrer artspezifischen Rufe erkennen. Nach einem aufregenden Rückweg durch den dunklen Wald ging dieses Treffen zu Ende und sicherlich gibt es nun einige „Bat-Fans“ mehr unter den NAJU-Kids! Weitere Fotos, Infos und Termine gibt es auf der Homepage www.nabu-walldorf-sandhausen.de und bei Katharina Minack unter 06227-398019. Für alle Fragen rund um Fledermäuse hat der NABU eine Feldermaushotline eingerichtet. Diese ist unter 030-284984-5000 erreichbar.

Text und Fotos: Katharina Minack

 

Ich habe ein verletztes Wildtier gefunden, was nun?

Da diese Frage nicht immer leicht zu beantworten ist, hat der NABU für den Fall der Fälle Informationen und Adressen zusammengestellt. Sie können unter folgender Internetadresse abgerufen werden:

http://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/artenschutz/01946.html

Mahnung

Die Hausaufgabe im Deutschunterricht lautete: Visualisiert ein Naturgedicht. Das hat unser NABU-Mitglied Hannah (17 Jahre) daraus gemacht: ein Video, das sehr gut zu den NABU-Themen Umweltzerstörung und Naturschutz passt.

Vom Aussterben bedroht

Das Sandstrohblumeneulchen ist ein eher unauffälliger Kleinschmetterling aus der Familie der Eulenfalter. Die erwachsenen Falter halten sich immer in der Nähe ihrer Raupenfutterpflanze, der Sandstrohblume, auf. Sehr typisch ist die Ruhestellung der Falter mit dem Kopf nach unten.

 

In Deutschland ist das Sandstrohblumeneulchen stark bedroht, was sicher mit dem schwindenden Lebensraum der Futterpflanze zu tun hat. Anscheinend legen die Schmetterlinge keine größeren Entfernungen zurück, so dass es keinen genetischen Austausch zwischen den oft isolierten Vorkommen der Sandstrohblume gibt. Tatsächlich gibt es inzwischen viele kleinere Populationen der Sandstrohblume, auf denen das Sandstrohblumeneulchen fehlt. Hier zeigt sich die Komplexität des Artenschutzes: Pflanzen und Insekten stehen in unterschiedlichen Beziehungen zueinander – Bestäuber, Nahrungslieferanten durch Pollen und Nektar, Lebensraum für die Larvenentwicklung,  natürliche Regulation des Bestandes. Wenn eine Art bedroht ist, sind in der Regel auch weitere in Beziehung zu dieser Art stehende Spezies gefährdet.

Auf dem Pferdstrieb Nord und insbesondere der Pflege Schönau kann der kleine Schmetterling mit etwas Glück noch beobachtet werden. Größere Vorkommen gibt es auch auf der Viernheimer Heide in Hessen, wo auch das nebenstehende Foto entstand.

 

In den Roten Listen Baden-Württembergs wird das Sandstrohblumeneulchen mit Kategorie 1 geführt: vom Aussterben bedroht.

Text und Foto: Peter Weiser

Arbeitseinsatz des AK Naturgarten

Mitglieder des AK Naturgarten haben an zwei Samstagen im NABU-Garten gegenüber der Storchenwiese Hand angelegt. Sie haben das Dach der Gartenhütte abgedeckt, schadhafte verfaulte Hölzer ausgetauscht und die Konstruktion mit Stützhölzern verstärkt. Anschließend wurde Dachpappe aufgebracht und mit Folie abgedeckt. Die Regenrinne musste ebenfalls  erneuert werden.

Der Bienenwolf im Hardtwald

Dass Forstarbeiten und Kahlschläge nicht notwendigerweise negativ gesehen werden müssen, zeigt eine Fläche im Hardtwald, die um 2011 gerodet wurde. Was im ersten Jahr wüst und leer aussah, entwickelt sich sehr schnell. Interessanterweise entstehen an den bislang beschatteten und nun sonnenexponierten Waldwegen völlig neue Lebensräume.

 

Der offen zutage tretende Sandboden ist der ideale Lebensraum für eine Reihe verschiedener Grabwespen. Insbesondere gibt es an dieser Stelle eine große Kolonie des Bienenwolfs. Diese auffällige Grabwespe erbeutet ausschließlich Honigbienen, paralysiert sie mit einem Stich und trägt die Beute dann in ihre unterirdisch angelegten Niströhren ein. Sie dienen den sich entwickelnden Larven des Bienenwolfs als Nahrung. Praktisch alle Grabwespen werden von anderen Insekten parasitiert. Im Fall des Bienenwolfs ist es die Bienenwolf-Goldwespe die sich in die Röhren mogelt und ihre eigenen Eier dort ablegt.

 

Aber an diesem Sandhügel gibt es auch weitere Grabwespenarten zu beobachten. Sehr auffällig ist die Heuschrecken-Sandwespe, die für ihren Nachwuchs paralysierte Heuschrecken in die Erdgänge einträgt.

 

Auch weitere seltene Arten konnten dort nachgewiesen werden, so die Sichelwanzen-Grabwespen (Dinetus pictus), die nur 6 bis 9 Millimeter groß wird. Sehr auffällig ist, dass sie den Aushub ihrer Grabtätigkeit rückwärts fliegend aus der Röhre transportiert. Schließlich ist noch die etwas größere Silberspießwespe (Oxybelus argentatus) zu nennen, die verschiedene Fliegen fängt.

 

Grabwespen spielen eine wichtige Rolle bei der natürlichen Populationskontrolle ihrer jeweiligen Beutetiere.

Text und Fotos: Peter Weiser

 

Exkursion zu den Blumenwiesen bei der SAP

 

Im hohen Gras setzen unzählige Kartäusernelken Akzente in Pink, dazwischen dehnen sich pastellfarbene "Seen" aus Zottelwicken und Kronwicken aus, durchsetzt mit roten Tupfen von Klatschmohn. Bei einer Exkursion nach Walldorf zeigen sich die „Botanis“ vom NABU Heidelberg beeindruckt von der "wilden" Blütenpracht, die sich am Rande des SAP-Campus ausbreitet und einen reizvollen Kontrast zu der "gezähmten" Natur im Innern bildet.

 

Angeführt wird die Exkursion der Botanik-AG von Elke Reiser, die im Walldorfer Industriegebiet arbeitet und das Naturschauspiel vor der Tür immer wieder sehr genießt: „Das sieht hier jede Woche anders aus“, freut sie sich. Dass offensichtlich auch Saatmischungen zum Einsatz kommen stört die Naturschützer nicht, im Gegenteil. „Das ist großartig, eine Insektenweide - so kann man das auch machen“, freut sich eine Teilnehmerin, die auch auf versteckte Exemplare von aufgrund des modernen Ackerbaus selten gewordenen Acker-„Unkräutern“ wie die Kornrade hinweist, die in ausländischen Saatmischungen vorkomme.

 

An die üppigen Blumenwiesen schließen sich Brachflächen mit ganz eigenem Charakter an. „Hier war vor einigen Jahren noch Acker“, erinnert sich Reiser. Nun wachsen hier typische Sandrasenbewohner, darunter Raritäten wie die Sprossende Felsennelke und das Berg-Sandglöckchen. Auch viele verschiedene Insekten finden sich hier. Besonders begeistern die als geschützt geltende purpurfarbene Heide-Nelke und die dichten Polster aus Oregano und Thymian, die einen aromatischen Duft verströmen.

 

Text und Fotos: Sabine Hebbelmann

NAJU Kids bauen Saatbomben für Wildbienen

 

Im Juni trafen sich die NAJU-Kids nun zum dritten Mal auf den Walldorfer Wiesen, um an dem riesigen Insekten- und Wildbienenhotel, dem Lebensturm, weiterzuarbeiten. Zunächst bestaunten wir die Vielzahl der verschlossenen Nistlöcher, in denen sich nun die Larven der Wildbienen entwickeln. Leider ließ sich keine Wildbiene blicken, dafür umso mehr Käfer und Käferlarven. Wir setzten mehrere Pflanzen in nächster Nähe des Lebensturmes ein, die die Insekten als Futterpflanzen lieben und benötigen. Beim Saatbomben-Bau formten die Kids aus lehmhaltiger Erde und Samen kleine Kugeln oder sogar Blumen, die in handlicher Größe überall dorthin mitgenommen werden können, wo noch keine oder wenig Pflanzen wachsen. Ob im eigenen Garten oder auf brachliegenden Flächen in der Stadt, die Kinder können mit den Saatbomben nun ganz leicht ein wenig mehr Leben und Farbe verbreiten. Ein riesiges Dankeschön an dieser Stelle an Herrn Baumann, ohne den es diesen Lebensturm gar nicht gäbe und der uns mit Material und Verpflegung immer bestens unterstützt! Mehr Fotos, Infos und weitere Termine gibt es auf der Homepage www.nabu-walldorf-sandhausen.de und bei Katharina Minack unter 06227-398019.

Text und Fotos: Katharina Minack

Faszination Wildbienen

 

 Die Dünen um Sandhausen sind nicht nur ein Arten-Hotspot für seltene Pflanzen, sondern auch für eine Vielzahl von Insekten.

 

Insbesondere solitäre (also nicht-staatenbildende) Wildbienen sind auf den Dünen artenreich vertreten. Die Mauerbienen zum Beispiel haben eine Reihe von Verhaltensanpassungen entwickelt, die ihnen jeweils eine eigene ökologische Nische sichern. Die Gehörnte Mauerbiene (Osmia cornuta) fliegt bereits sehr früh im Jahr. Sie benutzt Hohlräume aller Art, um Brutröhren anzulegen (Mauerritzen, Schlupflöcher anderer Insekten im Holz, gerne auch künstliche Nisthilfen). Die Bienen sammeln Pollen, den sie ihrem Nachwuchs als Nahrungsvorrat mit in die Brutzelle geben. Feuchter Sand oder Lehm, mit Drüsensekreten vermischt, dient als Baumaterial und zum Verschluß der Röhren.

 

Die Glänzende Natternkopf-Mauerbiene erscheint erst, wenn der Gewöhnliche Natternkopf ab Juni blüht. Sie ist wenig wählerisch bei den Nisthöhlen, trägt aber ausschließlich Pollen des Natternkopfs als Nahrung für die Brut ein.

 

Die Zweifarbige Schneckenhaus-Mauerbiene (Osmia bicolor) sieht der Gehörnten Mauerbiene sehr ähnlich, zeigt aber ein ganz anderes Verhalten: sie sucht sich mittelgroße bis große, leere Schneckenhäuser, in denen sie die Brutzellen anlegt. Sie ist zwar nicht die einzige Wildbiene, die Schneckenhäuser als Nisthöhle nutzt, aber das nun folgende Verhalten ist einzigartig: die Biene trägt Pflanzenteile herbei, gerne Kiefernnadeln, mit denen sie das Schneckenhaus tarnt! Am Ende ist das Haus nicht mehr zu sehen. Der Sinn dieses Verhaltens ist wohl, dass die Brut keinen Vögeln zum Opfer fällt, die sich gerne an Schnecken zu schaffen machen (z.B. Drosseln).

 

Die Mauerbienen sind, wie die allermeisten Wildbienen, sehr friedfertig, dafür aber umso nützlicher als Bestäuber. Selbst an größeren Brutkolonien von Wildbienen, die man gelegentlich an günstigen Standorten finden kann, ist die Wahrscheinlichkeit gestochen zu werden, sehr gering.

 

Es ist ganz erstaunlich, das Verhalten dieser Insekten zu beobachten. Auch nicht-staatenbildende Stechimmen faszinieren durch ihre vielfältigen Anpassungen an verschiedene Lebensräume.

 

Gehörnte Mauerbiene, Glänzende Natterkopf-Mauerbiene und Zweifarbige Schneckenhaus-Mauerbiene (vorher und nachher)  Text und Fotos: Peter Weiser

Nisthilfe für den Wiedehopf

NABU-Mitglied und Vogelwart Günter Keim aus Walldorf hat einen Nistkasten für den Wiedehopf gezimmert. Da der Wiedehopf öfters in der Nähe des Waldfriedhofs Sandhausen ruft, haben wir uns entschlossen, den Kasten auf der Wiese hinter dem Waldfriedhof aufzuhängen – auch wenn es für dieses Jahr möglicherweise schon etwas zu spät ist.

   Diese Wiese hat sich in den letzten Jahren zu einem interessanten Sandrasen entwickelt. Natürlich ist sie als Erweiterungsfläche für den Waldfriedhof vorgesehen, und im Moment gehen auch Arbeiten vonstatten um die Wiese nach und nach zu erschließen.

Den Mäharbeiten ist leider schon eine Blindschleiche zum Opfer gefallen.

Interessant ist, dass sich auch ohne weiteres Zutun des Menschen (bis auf gelegentliches Mähen) eine Freifläche auf Sandboden zu einem wertvollen und artenreichen Biotop entwickelt hat.

   Die Wiese hinter dem Friedhof wird leider in den nächsten Jahren wieder verschwinden.

Umso wichtiger ist es, dass auf den Dünengebieten um Sandhausen auch in Zukunft immer wieder offene Flächen entstehen, um den Dünenspezialisten Lebensraum zu sichern. Das geplante neue Naturschutzgebiet  am Brühlweg, südlich von Sandhausen, ist daher ein viel versprechender Ansatz.

   Vielleicht wird der Wiedehopf in Zukunft wieder zu einem Brutvogel in unserer Gemeinde, wenn er neben Nistplätzen auch genügend offene Flächen mit lockerem Baumbestand zur Nahrungssuche vorfindet.

Text und Fotos: Peter Weiser

Touren im Hotspot der Artenvielfalt

Im Rahmen des Projekts „Lebensader Oberrhein“ hat der NABU abwechselungreiche Touren zusammengestellt. Die detaillierten Weg­beschrei­bungen im Internet sind angereichert mit viel Wissenswertem rund um die heimische Tier- und Pflanzenwelt sowie die Entstehungs­geschichte der unterschiedlichen Lebensräume. So lassen sich auch altbekannte Wege mit ganz neuem Blick erleben. Alle Touren stammen von echten  Kennern der Region.

Unter den insgesamt gut zwanzig Touren im gesamten Projektgebiet finden sich zwei Touren durch die Hardt bei Walldorf und Sandhausen:
Einen Rundweg durch die Südliche Schwetzunger Hardt beschreibt der Walldorfer Revierförster Gunter Glasbrenner. Die Hardt sei ein besonderes Waldgebiet, denn sie berge in ihrem Innern eindrucksvolle Zeugen der Landschaftsgeschichte unseres Raumes: das größte zusammenhängende Dünengebiet in Baden-Württemberg mit über 21 Meter hohen Dünenzügen. Die 6 Kilometer lange Route ist für Ausflüge zu Fuß (rund eineinhalb Stunden) oder mit dem Fahrrad gleichermaßen gut geeignet. Ein echter Ziehbrunnen mit der Möglichkeit Wasser zu schöpfen, eine Waldweidefläche, auf der zeitweise Ziegen und Schafen weiden oder aber ein Wasserbiotop mit vielen interessanten Wassertieren machen den Rundweg insbesondere für Kinder sehr attraktiv.
Dr. Kartin Fritzsch, Biologin und Projektleiterin "Lebenader Oberrhein", stellt einen 6,8 Kilometer langen Rundweg durch die Hardt zwischen Walldorf und Sandhausen vor. Ausgangspunkt ist der Spielplatz bei der Waldschule in Walldorf. Weitere Wegpunkte sind der Maulbeerbuckel, der Hardtbach mit der Lutherschen Brücke und die Naturschutzgebiete Zugmantel-Bandholz und Pferdstrieb. Für die außergewöhnliche Flora und Fauna der Sandrasenbiotope sollte man sich Zeit nehmen und auch mal etwas genauer hinschauen.
Eine Kurzbeschreibung aller Touren bietet die Seite Touren im Überblick.
http://www.lebensader-oberrhein.de/touren.html

Sandhausen - 07.03.2016.

 

Für wertvolle Lebensräume Ersatz schaffen

 

NABU Walldorf-Sandhausen fordert eine Ausgleichsfläche für den Bau des SAP-Rechenzentrums

 

Die SAP will für den Ausbau ihres Cloud-Geschäfts auf rund 9 000 Quadratmetern Fläche ein Rechenzentrum bauen. Der Standort auf dem Gelände der Walzrute liegt zwischen dem Hasso-Plattner-Ring, einem Parkdeck und dem Hochholzer Wald.

Bei der jüngsten Mitgliederversammlung des NABU Walldorf-Sandhausen berichtete die Vorsitzende Karin Knitter-Lehmann über eine Stellungnahme, die der Ortsverband im Namen des NABU-LandesverbandesMitte Dezember abgegeben hat.
Wie Knitter-Lehmann darlegte, handle es sich um ökologisch wertvolle Sand-Magerrasen und Trockenrasen, entsprechend sei dieser Verlust zur Vermeidung genetischer Verarmung und im Zuge der Biotopvernetzung in räumlicher Nähe zum Eingriff auszugleichen.

"Die Überbauung stellt einen Verlust von wichtigem Nahrungs- und Lebensraum für Insekten, Eidechsen und Vögel dar", zitierte sie. Der NABU fordere, die Flurstücke südlich des geplanten Standorts bis zum südlich angrenzenden Waldrand als Ausgleichsflächen zur Verfügung zu stellen.

Gerade in der dicht bebauten und landwirtschaftlich intensiv genutzten Rheinebene müsse darauf geachtet werden, die Summe der Grünlandflächen zu erhalten. "Einen Ausgleich durch Verrechnung mit dem in der Aufstellung befindlichen Ökokonto der Stadt Walldorf halten wir für unrechtmäßig. Um Eingriffe mit Hilfe des Ökokontos ausgleichen zu können, muss dieses bereits vorher ein genügend großes Guthaben in Form von Grünlandausgleichsflächen tragen", betonte Knitter-Lehmann und schickte mit Verweis auf das Gutachten hinterher: "Wir bemägeln grundsätzlich, dass die Begehung des Untersuchungsgebietes in dem jahreszeitlich begrenzten Zeitraum von August bis Oktober 2015 für die Potenzialabschätzung nicht ausreichend war."

Knitter-Lehmann informierte, dass der Gemeinderat am 13. Oktober grünes Licht für das Planungsverfahren zum Rechenzentrum gegeben hatte. In der Dezembersitzung seien dann die Offenlage des Bebauungsplanentwurfs "Walzrute, 1. Teiländerung" und die Beteiligung der Träger öffentlicher Belange beschlossen worden.

Sabine Hebbelmann

Foto: LUBW

Für Mensch und Natur

Der Naturschutzbund Deutschland e.V. - NABU - möchte Menschen dafür begeistern, sich durch gemeinschaftliches Handeln für die Natur einzusetzen. Wir wollen, dass auch kommende Generationen eine Erde vorfinden, die lebenswert ist, die über eine große Vielfalt an Lebensräumen und Arten, sowie über gute Luft, sauberes Wasser, gesunde Böden und ein Höchstmaß an endlichen Ressourcen verfügt.

NABU-Landesvertreterversammlung 2015

Neuer Landesvorstand gewählt

Der neue NABU-Landesvorstand (Foto: NABU-LV Baden-Württemberg)

Die Delegierten der knapp 250 NABU-Gruppen in Baden-Württemberg haben am Samstag (21.11.) Andre Baumann einstimmig für weitere vier Jahre zum NABU-Landesvorsitzenden gewählt. Weiterlesen...

Auf diesen Seiten möchten wir Ihnen unsere Arbeit vorstellen und Perspektiven für eine lebenswerte Zukunft entwickeln.


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NABU-Gezwitscher:

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Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene machen "action for nature"

Film zum Projekt "Lebensader Oberrhein"

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