Verantwortlicher Konsum soll kein Luxus sein

Frithjof Rittberger hält ein Nuss-Nougat-Glas hoch und erklärt: „Endlich habe ich einen Brotaufstrich gefunden, der nicht nur bio, sondern auch palmölfrei ist - und der sogar unseren Kindern schmeckt.“ Der Tübinger Pfarrer, der auf Einladung des Nabu Walldorf-Sandhausen in der Fairtrade-Stadt Walldorf seine Initiative für eine Mehrwertsteuerreform nach ökologischen und Fairtrade-Kriterien vorstellt, zeigt ein weiteres Glas und fährt fort: „Beunruhigt über den hohen Verbrauch kam meine Frau mit einer anderen palmölfreien Variante an. Deutlich günstiger, mehr Inhalt und ebenfalls wohlschmeckend – aber leider nicht aus biologischem Anbau.“

Das Problem: Wer die Umwelt durch bewussten Konsum schont, kann sich durch oft deutlich höhere Preise noch bestraft fühlen. Um daran etwas zu ändern hat Rittberger eine Online-Petition für eine nachhaltige Mehrwertsteuer-Reform gestartet.

 

Laut einer aktuellen Studie der Universität Augsburg können die sogenannten Umweltfolgekosten, die auf keinem Kassenzettel auftauchen, sehr unterschiedlich ausfallen. Bei tierischen Produkten sind sie im Vergleich zu pflanzlichen um ein Mehrfaches höher, dasselbe gilt für Produkte aus konventionellem Anbau im Vergleich zu solchen aus Bioanbau. Bei Bio-Obst und -Gemüse gehen nur wenige Prozent auf Kosten der Umwelt, während das konventionell erzeugte Schnitzel eigentlich das Dreifache des Ladenpreises kosten müsste. Rittberger zeigt an einem Beispiel, wer für die Umweltbelastungen aufkommt. 27 Prozent des Grundwassers in Deutschland enthalten zu viel Nitrat – die Aufbereitung sei teuer und erhöhe die Trinkwasserkosten für eine vierköpfige Familie um bis zu 134 Euro im Jahr.

 

Sigmar Gabriel forderte schon vor zehn Jahren als Umweltminister, die Mehrwertsteuerspreizungen nach ökologischen Gesichtspunkten zu überarbeiten. Das Umweltbundesamt formulierte ähnliche Forderungen und das EU-Parlament verabschiedete 2011 eine entsprechende Resolution. Reduzierte Sätze sollten auf umweltfreundliche Produkte gewährt werden um diese wettbewerbsfähiger zu machen. „Doch passiert ist nichts“, stellt Rittberger fest. Zum 50. Geburtstag der Mehrwertsteuer hat die EU-Kommission Anfang des Jahres einen Reformvorschlag vorgelegt, der unter anderem mehr Freiraum für Ermäßigungen enthält. „Das ist die Voraussetzung, um die Mehrwertsteuer ökologisch steuern zu können“, sagt Rittberger.

 

Für die meisten Lebensmittel kassiert das Finanzamt derzeit den ermäßigten Satz von 7 Prozent. Rittbergers Vorschlag: Pflanzliche Lebensmittel, die ökologisch angebaut bzw. fair gehandelt werden, sollen gänzlich von der Steuer befreit werden. Im Gegenzug will er konventionell produzierte tierische Lebensmittel mit dem vollen Satz (19 Prozent) besteuern. Für pflanzliche konventionell angebaute Produkte, sowie für tierische Ökoprodukte würde es beim ermäßigten Steuersatz bleiben.

 

Auch andere Bereiche will er einbeziehen. Für die grenzüberschreitende Fahrt mit Zug oder Bus wird in Deutschland 19 Prozent Mehrwertsteuer fällig. Rittberger fordert, Nah- und Fernverkehr zu ermäßigen, sofern diese komplett auf Ökostrom umstellen. Internationale Flüge, die bisher komplett steuerbefreit sind, will er mit dem vollen Steuersatz belegen.

Außerdem sollen Gerätereparaturen von Ermäßigungen profitieren. Dies sei schon mehrfach gefordert worden und werde in Schweden bereits umgesetzt. Als weitere Kandidaten für eine Steuerermäßigung nennt er öko-faire Kleidung und Ökostrom. Auch für die Gastronomie, wo nicht erst seit der umstrittenen Mehrwertsteuersenkung für Hotelübernachtungen Verwirrung herrscht, empfiehlt er sein Konzept. Demnach wären nur zertifizierte Bio-Hotels und Restaurants mit Bio- oder fairem Essen ermäßigt. Eine Kommission sollte das Siegelwirrwarr entwirren und zu anerkannten Standards weiterentwickeln, Beispiel: EU-Bio-Label.

 

Kontakt hat der Pfarrer auch zum Verein Transfair hergestellt, der Fairtrade in Deutschland vertritt. Dieser hatte Rittberger im Mai zu einem internen Workshop zum Thema nachhaltige Mehrwertsteuerreform eingeladen, wo er seine Initiative vorstellte. Rittberger will Bio- und Fairtrade-Produkte aus der Nische herausholen, das Angebot ausweiten und günstiger machen. Gut gefällt ihm der ‚Fairführer‘ der Stadt Walldorf, ein Wegweiser, der zeigt, wo es in Walldorf fair, regional und ökologisch zugeht.

 

„Wie kann ökologisch sozial sein?“ Eine gute Frage auf die Rittberger ausführlich eingeht. Unter Umweltfolgekosten litten vor allem einkommensschwache Haushalte und schließlich würden Ökoprodukte für alle erschwinglicher. Denkbar sei auch ein finanzieller Ausgleich gestaffelt nach Einkommen. Klar wird auch, dass für nachhaltigen Konsum weitere Maßnahmen nötig sind, wie die Einführung einer CO2-Steuer oder eine wirksame Reform der EU-Landwirtschaftspolitik.

 

„Es geht zwar nicht um ein klassisches Naturschutzthema, aber um Nachhaltigkeit – das haben wir gerne aufgegriffen, sagt Wolfgang Högerich, Vorsitzender des Nabu Walldorf-Sandhausen, und macht Geschmack auf weitere interessante Vorträge, die in den nächsten Monaten anstehen. Frithjof Rittberger gab er noch einen Rucksack voll Fairtrade- und Bioprodukte aus Walldorf mit auf den Weg.

 

Sabine Hebbelmann

Berichte der Ortsgruppe


Vortrag "Flora und Fauna der Binnendünen"

Einen Vortrag zum Thema „Flora und Fauna der Binnendünen bei Sandhausen“ hält der Sandhausener Biologe Dr. Peter Weiser am 12. März um 19 Uhr in der Cafeteria der ASB-Seniorenresidenz, Bahnhofstraße 78, in Sandhausen. Weiser, der im Ehrenamt auch Naturschutzwart ist und sich im NABU Walldorf-Sandhausen engagiert, bietet einen fundierten Überblick über Entstehung und Bedeutung der Binnendünen. Anhand beeindruckender Makrofotografien demonstriert er die Anpassung verschiedener Arten an den Extremstandort Düne und zeigt Bilder von seltenen Dünenpflanzen, prächtigen Schmetterlingen, räuberischen Grabwespen, seltenen Solitärbienen, winzigen Sand-Steppenbienen und eigentümlichen Krabbenspinnen.

Er geht aber auch auf die Bedrohungen der Sandrasen ein: Nährstoffeintrag durch Verkehr und Hundekot, Neophyten, sowie die fehlende Vernetzung der Kleinbiotope. Außerdem bricht er eine Lanze für die Schaffung weiterer Offenbereiche mit Sandflächen - wie in Sandhausen die Auflichtungen bei der Pflege Schönau und weitere Maßnahmen im Rahmen des Ersatz-Ausgleichskonzepts (Stichwort: L 600) sowie in Walldorf die Freistellung der Dünenkuppen Maulbeerbuckel und Saupferchbuckel.

Der Vortrag findet statt in Kooperation mit der Volkshochschule Südliche Bergstraße e.V., dem ASB Domizil am Leimbach und dem Naturschutzbund Deutschland e.V., NABU-Gruppe Walldorf-Sandhausen. Der Eintritt ist frei.

"Hilfe ich bin ein Star ..."

Nein es geht nicht ums Dschungelcamp, auch wenn der Kandidat gern Würmer und Insekten frisst.

Den Titel hat der Biologe Sebastian Olschweski vom NABU Heidelberg gewählt für einen Vortrag, den er am Mittwoch, 21. Februar um 20 Uhr im Pfälzer Hof (Sängersaal) in Walldorf für den NABU Walldorf-Sandhausen hält.

Der Vogel des Jahres 2018  ist der „Star“ unter den Vögeln. Bewundert werden seine Schwarmflüge im Herbst, die als einzigartiges Naturschauspiel gelten, und natürlich sein Gesang: Der Star kann andere Vögel und Umgebungsgeräusche perfekt nachahmen und in seinen Gesang einbauen. Zu hören sind dann auch Handyklingeltöne, Hundebellen oder Alarmanlagen.

Der Star gilt als Allerweltsvogel – doch seine Präsenz in unserem Alltag täuscht. „Eine Million Starenpaare haben wir alleine in Deutschland in nur zwei Jahrzehnten verloren. Jetzt gilt es, den Star durch praktischen Naturschutz und Sicherung des Lebensraums zu unterstützen“, sagt Olschewski. Über die Hintergründe dieser Entwicklungen sowie was Jedermann zum Schutz des Stars beitragen kann, wird der Vortrag einen Überblick geben.

Der Star ist ein Star   Foto: NABU/Birgit Christophersen

Die Düne lebt

 

Einen Vortrag zum Thema „Flora und Fauna der Binnendünen bei Sandhausen hält der Sandhausener Biologe Dr. Peter Weiser am 12. März 2018 um 19 Uhr  im ASB Domizil am Leimbach in Sandhausen für die VHS Südliche Bergstraße. Weiser ist NABU-Mitglied, Naturschutzwart für die Sandhäuser Schutzgebiete und leidenschaftlicher Naturfotograf. Er informiert über die Besonderheiten der auch überregional bedeutsamen Sandbiotope und setzt mit beeindruckenden Makrofotografien das auf den ersten Blick eher unscheinbare Leben ihrer Bewohner in Szene.

Ein Hotspot der Artenvielfalt

Mittwoch, 10. Januar, 19:00 Uhr

Bildervortrag über die Dünen in Sandhausen

 

Die Naturschutzgebiete rund um Sandhausen bestehen aus drei Teilgebieten: der Pflege Schönau im Norden, dem Pferdstrieb am Ortsrand im Süden sowie der ehemaligen Sandgrube Zugmantel-Bandholz noch etwas weiter südlich. Auf vergleichsweise kleiner Fläche finden sich kalkreiche und kalkarme Sandrasen mit charakteristischer Flora und Fauna. Am nördlichen Oberrhein stellen die Relikte der ehemals ausgedehnten Dünengebiete einen Hotspot der Artenvielfalt dar. Im Vortrag werden charakteristische Arten vorgestellt; die Bedrohung dieser einzigartigen Vielfalt wird diskutiert.

Peter Weiser engagiert sich seit 2015 ehrenamtlich als Naturschutzwart für den Schutz der Binnendünen. Als Mitglied des NABU Walldorf-Sandhausen leitet er regelmäßig Exkursionen und betreut in einer Arbeitsgruppe die Walldorfer Storchenwiese.

Ort: VHS Heidelberg, Bergheimerstraße 76 

Zauneidechse   Foto: Peter Weiser


„Hoffen wir dass das auch ankommt“

 

Wie steht es um die Natur und ihren Schutz im Ländle – Sebastian Olschewski zog Bilanz

Walldorf. Der Naturschutzbund  (Nabu) Walldorf-Sandhausen knüpft an seine Tradition an und bietet wieder Vorträge im Pfälzer Hof in Walldorf an. Zum Auftakt konnte er Sebastian Olschewski, Vorstand im NABU Heidelberg und Artenschutzreferent bei der Landesanstalt für Umwelt, Messungen und Naturschutz (LUBW)  gewinnen.

Als wirkungsvolles Instrument um die Politik zu beraten bezeichnet der Landschaftsökologe den Anfang 2016 erstmals veröffentlichten „Bericht zur Lage der Natur in Baden-Württemberg“. Er enthalte fundierte und aktuelle Informationen zum Zustand und zur Entwicklung von Natur und Landschaft.

 

Das Ländle gilt im europäischen Vergleich als einer der am stärksten zerschnittenen Räume. Mit der massiven Bautätigkeit der vergangenen Jahrzehnte wurden ökologisch wertvolle Siedlungsrandbereiche zugebaut. Noch heute gehen täglich Flächen so groß wie sieben Fußballfelder verloren. Ziel für 2020 ist, den Flächenverbrauch auf die Hälfte zu senken - langfristig wird die Netto-Null angestrebt. „Davon sind wir weit entfernt – gerade hier in der Metropolregion“, so Olschewski.

50 Prozent der Flächen in BaWü sind landwirtschaftlich genutzt. Bot die Landwirtschaft Mitte des 19. Jahrhunderts noch vielfältige Lebensräume mit kleinen Parzellen, vielen Heckenstreifen, Baumreihen, Alleen, natürlichen Bachläufen und der Streunutzung in den Sanddünen, sei das Bild heute ein ganz anderes: Große Felder ohne Vielfalt der Feldkulturen, begradigte Bäche und Flüsse, hoher Einsatz von Herbiziden, Insektiziden und Dünger.

Nicht nur die Zahl und Artenvielfalt der Insekten sei massiv zurückgegangen, auch die der Vögel des Offenlandes, die von diesen abhingen. Er nennt Feldlerche, Goldammer, Feldsperling und Braunkehlchen. Beim Thema Insektensterben stünden außerdem neuartige Pflanzenschutzmittel wie Neonikotinoide im Fokus. Um das Problem zu fassen und eine Grundlage zu schaffen habe die grüne Landtagsfraktion ein Insekten-Monitoring auf den Weg gebracht. Einen positiven Trend sieht Olschewski bei der ökologischen Landwirtschaft, die inzwischen einen Anteil von 10 Prozent erreiche.

Sein Fazit in Bezug auf das Offenland: „Da steht die Ampel ganz klar auf Rot.“

Viel besser sei es da um den Wald bestellt, dessen Fläche zugenommen habe. Die Hälfte habe sich naturnah entwickelt, der Laubbaumanteil habe zugenommen und der Totholzvorrat sei „ordentlich“. Von dem Ziel, im Jahr 2020 fünf Prozent des Waldes von forstlicher Nutzung freizuhalten, sei man mit 1,9 Prozent aber noch weit entfernt. Der zunehmende Klimastress führe zu einer Verschiebung der Baumarten, auch sei der Anteil der geschädigten Bäume mit 35 bis 40 Prozent noch hoch.

Ein Problem - auch in Baden-Württemberg - sei die Nitratbelastung des Grundwassers. Jede zehnte Messstelle überschreite den Grenzwert von 50 mg pro Liter. „Wir liegen in der Rhein-Neckar-Region und im Kraichgau in einem Hotspot“, betont Olschewski. Hauptverursacher seien Düngemittel aus der Landwirtschaft.  Ansonsten aber habe sich – auch dank der EU-Wasserrahmenrichtlinie - beim Zustand der Gewässer Einiges getan. So sei das Wasser des Bodensees wieder klar und im Rhein gebe es wieder Lachse.

Bei den Naturschutzflächen habe BaWü zugelegt, habe aber mit 2,5 Prozent gegenüber 4,1 Prozent im Bundesdurchschnitt immer noch Nachholbedarf. Über die Hälfte der europäisch geschützten Arten sei in einem ungünstigen oder schlechten Zustand. „Für viele FFH-Gebiete gibt es noch keine Managementpläne oder sie werden nicht mit Leben gefüllt“, sagt der Landschaftsökologe.  Es gebe aber auch Arten die sich extrem positiv entwickelt haben, wie das Wappentier des Nabu: der Weißstorch. Das könne man unter anderem auf der Walldorfer Storchenwiese beobachten.

Die LUBW habe ein Konzept für einen landesweiten Biotopverbund entwickelt. Auch die Naturschutzstrategie des Bundes sei ehrgeizig. „Das umzusetzen ist eine Querschnittsaufgabe“, so Olschewski.  Beim Projekt  F.R.A.N.Z. „Für Ressourcen, Agrarwirtschaft & Naturschutz mit Zukunft“ würden mit Modellbetrieben deutschlandweit praxistaugliche Maßnahmen wie die Anlage von „Lerchenfenstern“ entwickelt.

In Baden-Württemberg sieht Olschewski aktuell gute Perspektiven für den Naturschutz. Es gibt gute Konzepte und die Mittel für den Naturschutz werden weiter aufgestockt.. „Hoffen wir, dass das auch ankommt in der Fläche“. 

Info: Einen Vortrag über das Projekt "Lebensader Oberrhein" hält Dr. Katrin Fritzsch am 15. November um 20 Uhr im Pfälzer Hof (Sängersaal) Walldorf.

Sabine Hebbelmann


Barfußpfad und Malwettbewerb

 

Immer wieder ein besonderes sinnliches Erlebnis: Der Barfußpfad des NABU Walldorf-Sandhausen beim WiWa Bewegungstag in Walldorf. Dieses Mal sogar bei herrlichem Spätsommerwetter auf der Außenterrasse der Astoria Halle. Mit verbundenen Augen tasteten sich die Kinder durch Bottiche mit trockenem Laub und Rinde, weichem Sand, glatten Kieselsteinen und einem Gemisch aus Nüssen und Eicheln und dappten schließlich noch in kaltes Wasser. Mit einigen Helfern war die Sozialpädagogin Katharina Minack, die auch die NAJU-Gruppe leitet, gut beschäftigt und machte nebenher noch fleißig Reklame für den Naturschutzverband.

Erst am Wochenende zuvor hatte sich der NABU Walldorf-Sandhausen am Großen Waldtag Schwetzinger Hardt beteiligt, mit Informationen über die hiesige Natur, die Arbeit des NABU und einem Malwettbewerb zur biologischen Vielfalt.

Text und Fotos: heb


Sabine Hebbelmann übernimmt Pressearbeit

Der NABU Walldorf-Sandhausen hat die freie Journalistin Sabine Hebbelmann zur Pressewartin bestellt. Den Lesern der Walldorfer Rundschau stellt sie sich und ihre Motivation vor: „Ich wohne am Waldrand in Sandhausen und unternehme gern Ausflüge in die Schwetzinger Hardt und die hiesigen Dünengebiete, die sich durch eine außergewöhnliche Flora und Fauna auszeichnen. Hier lassen sich immer wieder faszinierende Beobachtungen machen. Schon als Kind habe ich viel Zeit in Garten, Wald und Flur verbracht, habe Pflanzen bestimmt und mich für ökologische Zusammenhänge interessiert. Heute streife ich als freie Journalistin durch die Region auf der Suche nach interessanten Geschichten unter anderem für die Rhein-Neckar-Zeitung. Und da das Interesse an der Natur geblieben ist, treffe ich dabei immer wieder auch auf Naturschutzthemen. So habe ich über die Rodung der Dünenkuppen am Saupfergbuckel in Walldorf, die Besonderheit und die Gefährdung der Dünengebiete der Schwetzinger Hardt, die Auseinandersetzungen um ökologische Ersatzausgleichsmaßnahmen für den Rückbau der L 600, die Storchenwiese in Walldorf und viele weitere regionale Naturschutzthemen geschrieben. Da mir die Ziele des NABU, die pragmatische Herangehensweise und die regionale Verankerung  zusagen, bin ich Mitte 2012 dem Naturschutzverband beigetreten. Als die Vorsitzende Karin Knitter-Lehmann mich bat, ehrenamtlich die Pressearbeit für den Ortsverband Walldorf-Sandhausen zu übernehmen, habe ich nicht lange gezögert. Zu den Aufgaben gehören regelmäßige Beiträge für die Walldorfer Rundschau und die Gemeindenachrichten sowie die Pflege der Homepage. Über die Aktivitäten der NAJU-Kids berichtet weiterhin Katharina Minack. Über Anregungen und Hinweise per Mail an sabine_hebbelmann(at)t-online.de freue ich mich.“

 

Binnendünen

in Schwetzingengestern, heute, morgen

Vortrag mit Dr. Andre Baumann (NABU-Landesvorsitzender) am 22.2. im Palais Hirsch

 

Schwetzingen/Stuttgart – Wie sind die einzigartigen Binnendünen in Schwetzingen entstanden? Was passiert dort zurzeit? Welche Visionen gibt es für diese Naturwunder direkt vor der Haustüre? Und was ändert sich, wenn jetzt knapp 100 Hektar Fläche im ehemaligen „Panzerwald“ der NABU-Stiftung gehören? Antworten auf diese Fragen gibt Dr. Andre Baumann, Schwetzinger mit Leib und Seele und Vorsitzender des NABU Baden-Württemberg, in einem öffentlichen Vortrag im Palais Hirsch (22.2., 19 Uhr).

 

„Die Binnendünen in der Kurpfalz gehören zum wertvollsten Naturerbe Baden-Württembergs. Und sie prägen den Biodiversitäts-‚Hotspot‘ nördliche Oberrheinebene“, erläutert Baumann. Schon rund 20 Jahre lang betreut und pflegt der NABU rund um Schwetzingen viele der Trockenlebensräume mit ihrer außergewöhnlichen Artenvielfalt. Vor gut zwei Jahren startete dann das große NABU-Naturschutzprojekt „Lebensader Oberrhein“: Seitdem entstehen in den Dünengebieten wieder großflächig Sandrasen, Sandheiden und lichte Kiefernwälder – Lebensraum für das winzige Steppenbienchen, die extrem seltene Sandstrohblume oder die Heidelerche.

 

Vortrag „Binnendünen in Schwetzingengestern, heute, morgen“ mit Dr. Andre Baumann:

-       Montag, 22. Februar 2016, 19 Uhr

-       Palais Hirsch, Am Schlossplatz, 68723 Schwetzingen

-       Der Eintritt ist frei. 

-       Weitere Informationen: www.NABU-Schwetzingen.de


Interessante Neuigkeiten zum Trauerschnäpper im Dannheckerwald


NABU Walldorf-Sandhausen beim 7. WIWA-Bewegungstag am 21.09.2014

Mit einem mobilen Barfußpfad beteiligte sich der NABU am diesjährigen Bewegungstag. Sechs Mörtelwannen waren mit verschiedenen Naturmaterialien gefüllt: Moos, Sand, Waldboden, Heu, Schafwolle und Blätter. Barfuß und mit verbundenen Augen durch diese Wannen hindurchzusteigen war für die großen und kleinen BesucherInnen ein besonderes Gefühlserlebnis. Gar nicht so einfach, die unterschiedlichen Materialien mit verbundenen Augen nur mit den bloßen Füßen zu erkennen. Viele hatten großen Spaß daran und stiegen mehrfach hindurch.

Nebenher wurden interessante Fachgespräche zu Naturschutzthemen geführt und Informationen ausgetauscht. Ein wahrlich spannender und vielfältiger Tag für NABU-Aktive und BesucherInnen.


Rückblick zum Vortrag von Jürgen Alberti über die „Mittlere Enz“

"Wie Berg und Tal geworden sind" - natur- und kulturgeschichtliche Eindrücke von der Mittleren Enz

(Bilder Jürgen Alberti)

Auch in diesem Jahr haben Jürgen Alberti und seine Gattin das Vortragsjahr des NABU Walldorf-Sandhausen mit einem eindrucksvollen Bildvortrag über die Orte Mülhausen, Roßwang und Lienzingen an der mittleren Enz begonnen. Mülhausen an der Enz ist ein kleiner Ort zwischen steilen Weinbergen und dem beschaulichen Flüsschen Enz. Die bis zu 29 Terrassen der Weinberge haben zum Teil einen Winkel von 45 Grad. In den Weinbergen müssen alle Arbeiten per Hand ausgeführt werden, das Gelände ist für Maschinen zu steil. Obstbäume und Mandel sowie Iris, Veilchen, Perlhyazinten und Blaukissen sind gedeihen hier prächtig und bieten der Insektenwelt reichhaltige Nahrung. Die schwarze Holzbiene, Garten- und Zauneidechse hat Herr Alberti in Großaufnahme festhalten können. Die drei Orte sind geprägt durch alte Fachwerkhäuser und schmale Gassen mit einigen liebevoll restaurierten Gebäuden. Hier sind Herrn Alberti idyllische Aufnahmen gelungen, ganz ohne parkende Autos.
Seine Kenntnisse von Kultur und Natur in Verbindung mit den wunderbaren Bildern motivieren dazu, diese Gegend mal etwas genauer zu betrachten, einen Ausflug sind die Orte allemal wert. Wir sind gespannt, welche Orte Herr Alberti im nächsten Jahr für uns entdeckt.

Rückblick zum Vortrag von Dr. Landmann

Am 5. November hat uns Dr. Landmann in seinem Vortrag zum Thema „Nachhaltigkeit im Haushalt“ die Entstehungsgeschichte unserer endlichen Ressourchen näher gebracht. Für weitere Informationen zum Thema möchten wir auf die Website http://www.nabu.de/themen/konsumressourcenmuell/ verweisen. Ein Hinweis in eigener Sache, beim NABU können Sie gebrauchte Handys zur Wiederverwertung abgeben.


Konsum, Ressourcen und Müll

Die natürlichen Ressourcen der Erde sind begrenzt. Der NABU sieht deshalb eine Veränderung der Politik und Wirtschaftsweise in den Industrieländern als unerlässlich an, um die Schätze der Erde dauerhaft nutzen zu können. Denn trotz sinkender Bevölkerungszahlen und mehr Ressourceneffizienz steigt der Rohstoffverbrauch in Deutschland immer noch.

Die drei Themenbereiche Ressourcen schützen, Müll und Kreislaufwirtschaft und Kosumieren und Wirtschaft zeigen die Ansatzpunkte, an denen der Verbrauch von Ressourcen verringert werden kann. Wer wenig Rohstoffe braucht und damit die Nachfrage nach Rohstoffabbau senkt oder wer Verbrauchtes wiedernutzt, sorgt für einen nachhaltigen Umgang mit den natürlichen Ressourcen.“

Quelle http://www.nabu.de/themen/konsumressourcenmuell/


Pilze im Naturgarten

Der Naturfreund K. Hofmann hat uns den entscheidenen Hinweis zu den Pilzen gegeben:


Der Schopf-Tintling (Coprinus comatus), auch Spargelpilz, Porzellantintling, Tintenpilz oder inkorrekt Tintenschopfling genannt, ist eine Pilzart aus der Familie der Champignonverwandten. Er ist in Europa heimisch, häufig und jung ein ausgezeichneter, wenngleich nicht sehr haltbarer Speisepilz Denn alte Exemplare zerfließen zu einer tintenartigen Flüssigkeit. Die Art ist kultivierbar, im Handel wird beispielsweise Körnerbrut angeboten, die vom Pilzgeflecht durchwachsen ist.

(Quelle: http://www.wikipedia.org/)


Seltene Haubenlerche in Walldorf