Fledermäuse brauchen Freunde

„Fledermäuse fliegen mit den Händen und sehen mit den Ohren.“ Christopher Paton hat seine Diplomarbeit über Fledermäuse und Windkraftgeschrieben und leitet den Arbeitskreis Fledermausschutz des NABU Heidelberg. Für den NABU Walldorf-Sandhausen hielt er kürzlich einen Vortrag im Pfälzer Hof in Walldorf.

 

Fledermäuse bezeichnet er auch als Handflügler, denn was bei ns die Hände sind habe sich bei ihnen zu Flügeln entwickelt. Mit ihnen gleiten sie durch die Nacht. Doch nur scheinbar lautlos, denn tatsächlich sind die lauten Rufe nur zu hoch für menschliche Ohren. Erst über technische Geräte, wie etwa den "Batdetektor" werden die Fledermausschreie für uns hörbar. In Dezibel gemessen seien sie ähnlich laut wie ein Presslufthammer, so Paton. Per Ultraschall-Echo-Ortung finden Fledermäuse auch in tiefer Dunkelheit ihre Beute.

 

Nach der Paarung im Herbst machen Fledermäuse Winterschlaf und brauchen dazu Ruhe, Kälte und hohe Luftfeuchtigkeit. „Die Weibchen seien emanzipiert, sagt Paton. Sie konservieren das Sperma und befruchten sich selbst damit im Frühjahr.

Alle Fledermausarten sind „besonders und streng geschützt“, betont Paton. So auch die Hufeisennase. Während sie völlig entspannt kopfüber von der Decke hängt nutzt sie ihre Flügel als Schlafsack. Für Fledermäuse gilt nicht nur das Tötungsverbot für die einzelnen Tiere, sondern auch ein Zerstörungsverbot für ihren Lebensraum, die Fortpflanzungs- und Ruhestätten, betont Paton, der Umweltwissenschaftenstudiert hat.  Das müsse auch bei Gebäudesanierungen beachtet werden.

 

Fledermäuse brauchen Freunde. Handbreite Einflugöffnungen reichen ihnen, um in einen Dachstuhl zu gelangen, und selbst fingerbreite Schlitze bieten Einschlupfmöglichkeiten. Zwergfledermäuse etwa sind so winzig, dass zwei von ihnen Platz in einer Streichholzschachtel finden. „Ein Brett mit wenig Abstand zur Wand kann ein super Quartier sein“, sagt Paton. Und auch verankerte Fensterläden erhöhen das Angebot an Spaltenquartieren. Statt auf Holzschutzmittel mit chlorierten Kohlenwasserstoffen sollte man auf die biologischen Varianten zurückgreifen. Fledermäuse bekommt man selten zu Gesicht. Ihre Anwesenheit ist aber an den Kotkrümeln erkennbar, die aussehen wie schwarze Reiskörner und bei Berührung zerbröseln. Sie sind ein perfekter Dünger, so Paton.

 

Bei Bauprojekten sollte Rücksicht auf tradierte Flugwegegenommen werden. Bei Autobahnen etwa könnten Überflughilfen und auch Unterführungen angeboten werden. Windräder sollte man nicht in alten Waldmischwäldern errichten. Ideal für die Waldbewohner unter den Fledermäusen sind mindestens150 Jahre alte Bäume mit Astabbrüchen, abstehender Rinde, Ausfaulungen oder Blitzeinschlag. Doch die sind laut Paton Mangelware, während der verbreitete Wirtschaftswald wenig Unterschlupf bietet.

Christopher Paton mit "Batrecorder"    Foto: Barbara Kuhn


Großes Mausohr    Foto: Otto Schäfer


Was Jeder für den Star tun kann

Amsel, Drossel, Fink und Star ...  Der Star gilt als Allerweltsvogel, doch seine Präsenz in unserem Alltag täuscht. „Eine Million Starenpaare haben wir alleine in Deutschland in nur zwei Jahrzehnten verloren. Jetzt gilt es, den Star durch praktischen Naturschutz und Sicherung des Lebensraums zu unterstützen“, sagte der Biologe Sebastian Olschewski, der im Pfälzer Hof in Walldorf für den NABU Waldorf-Sandhausen einen sehr informativen Vortrag hielt.

Laut Olschewski kann jeder Einzelne durch sein Konsumverhalten dem Star - wenn auch indirekt - helfen. Durch den Kauf von regionalen, saisonalen und biologisch sowie nachhaltig produzierten Produkten bestimmt der Verbraucher das Angebot in unseren Metzgereien und Supermärkten. Damit fördert der Verbraucher unter anderem die extensive Weideviehhaltung, den Erhalt und die Pflege von Streuobstbeständen und den Verzicht auf chemische Giftstoffe in der Landwirtschaft.

Jeder Hobbygärtner kann etwas für den Star tun, indem er bewusst auf den Einsatz chemischer Pflanzenschutz- und Schädlingsbekämpfungsmittel verzichtet. Ein ökologisch bewirtschafteter Garten bietet dem Star ausreichend Nahrungstiere für die Aufzucht seiner Jungen und kommt gleichzeitig vielen anderen Tieren zu Gute. Die Pflanzung verschiedener beerentragender Gehölze bietet dem Star und anderen Vogelarten bis in den Winter hinein einen reich gedeckten Tisch. Wer aktiv etwas für den Star tun möchte, kann ihm einen Nistkasten zur Verfügung stellen.

Das wohl atemberaubendste Starenerlebnis bietet der abendliche Einflug der herbstlichen Starenschwärme in die gemeinschaftlichen Schlafplätze kurz vor Sonnenuntergang. Daher lud Sebastian Olschewski dazu ein Stare live zu erleben:

Exkursionen des NABU zum größten Starenschlafplatz im Ländle in der Wagbachniederung bei Waghäusel finden statt am 13. Oktober um 16:30 Uhr und am 21. Oktober um 16:00 Uhr, Treffpunkt Bischof-von-Rammung Straße 2.    


Stunde der Wintervögel

Vom 5. bis 7. Januar 2018 riefen NABU und LBV zum achten Mal zur bundesweiten „Stunde der Wintervögel“ auf. Neben den „Standvögeln“, die das ganze Jahr über bei uns bleiben, lassen sich zusätzliche Wintergäste beobachten, die aus dem noch kälteren Norden und Osten nach Mitteleuropa zogen. 2017 haben insgesamt mehr als 120.000 Vogelfreundinnen und Vogelfreunde aus 82.000 Gärten rund 2,8 Millionen Vögel gemeldet. Die Beobachtungen können noch bis 15. Januar gemeldet werden.

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Tannenmeise   Foto: Peter Weiser


Mitglied werden!

Der Natur- und Artenschutz braucht dringend Unterstützung.  Das Werbeteam will noch mehr Menschen für den Naturschutz begeistern.

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Werbeaktion von Tür zu Tür

Der Natur- und Artenschutz braucht dringend Unterstützung. Davon ist der NABU Walldorf-Sandhausen überzeugt. Daher startet er am kommenden Montag eine Mitgliederwerbeaktion, um noch mehr Menschen für den Naturschutz zu begeistern. „Nur mit vielen Mitgliedern können wir unsere erfolgreiche Arbeit fortsetzen“, sagt Wolfgang Högerich, Vorsitzender des NABU Walldorf-Sandhausen. Als Beispiele für gelungene Projekte des NABU nennt er die Aufwertung der Walldorfer Storchenwiese, die naturnahe Gestaltung des NABU-Gartens und das Engagement der NAJU-Kids. In den kommenden Wochen wird ein „Werbeteam“ für den NABU in Walldorf und Umgebung unterwegs sein. Das Team besteht aus Studierenden, die sich bei einer vom NABU beauftragten Agentur beworben haben, um für eine gemeinnützige Organisation Mitglieder zu gewinnen. Die Studierenden sind an ihrer Kleidung mit dem NABU-Logo und dem mitgeführten Werberausweis erkennbar. Sie dürfen kein Bargeld annehmen. „Unsere Gruppe freut sich auf viele neue Mitglieder und auch auf neue Aktive. Mit einer Mitgliedschaft stärkt man den Naturschutz nicht nur finanziell. Als Mitglied hilft man auch mit der eigenen Stimme bei politischen Aktivitäten und Vorhaben im Sinne der Natur“, sagt Högerich und ergänzt: „Es ist natürlich auch toll, wenn jemand selbst aktiv werden möchte. Es gibt viele Möglichkeiten, sich beim NABU Walldorf-Sandhausen einzubringen.“


Schwalbenfreundliches Haus

 

Der Sommer geht zu Ende und mit ihm ziehen auch die Schwalben wieder gen Süden. „Doch auch wenn die Nester verlassen sind, dürfen sie keineswegs entfernt werden“, betont Christiane Kranz, Ansprechpartnerin für den NABU-Bezirksverband Rhein-Neckar-Odenwald. Denn wenn die Vögel im nächsten Sommer wohlbehalten zurückkehren, werden sie die Nester wiederbesiedeln.

 

Das Entfernen von Schwalbennestern sei nach Naturschutzgesetz sogar verboten, sagt sie. Denn Schwalben fänden heute immer seltener geeignete Nistmöglichkeiten und auch das Nahrungsangebot werde knapp. Das gelte besonders auch für die Region, wo während der diesjährigen Stunde der Gartenvögel  nur wenige Mehlschwalben pro Garten gezählt wurden.

 

Wer Schwalben am Haus hat könne durch Anbringen von Kotbrettern eine Verschmutzung der Hauswand leicht verhindern, sich an den Tieren und ihrem Gezwitscher erfreuen und ihre Flugkünsten bewundern, so Kranz.

 

Sie weist auch auf die Aktion "Schwalbenfreundliches Haus" hin. Der NABU bietet Schwalbenfreunden, die helfen wollen, bundesweit Unterstützung und Anerkennung durch eine Auszeichnung mit Urkunde und Plakette. Wer Schwalben an seinem Haus schützt, kann auf der Seite des Bundesverbandes ein Internetformular ausfüllen. Die örtliche NABU-Gruppe, hier also der NABU Walldorf-Sandhausen, wird daraufhin informiert.

 

Sabine Hebbelmann

Foto: Andreas Teske


Was ist ein Sommer ohne Schwalben?

Im ländlichen geprägten Sandhäuser Ortsteil Bruchhausen finden Schwalben noch zahlreiche Nistmöglichkeiten. Hier hört man ihr munteres Gezwitscher und kann sie häufig über die Felder segeln und nach Insekten jagen sehen. Auch auf der Storchenwiese in Walldorf werden sie gelegentlich beobachtet.

In den Wohngebieten in Sandhausen oder auch in Walldorf sind sie dagegen weit seltener zu finden.

 

Die Zahl der Mehlschwalben in Deutschland ist seit 2006 auf 70 Prozent zurückgegangen. Die diesjährige NABU-Vogelzählaktion „Stunde der Gartenvögel“ hatte zwar gegenüber dem Vorjahr einen leichten Anstieg ergeben, dennoch ist dies bisher nicht mehr als ein Hoffnungszeichen, lässt sich doch von den Zahlen eines Jahres noch nicht auf langjährige Bestandsentwicklungen schließen.

 

Die moderne Bauweise bietet den Vögeln kaum noch Nischen zum Brüten und die Zahl der Fluginsekten ist stark zurückgegangen. Nicht asphaltierte Feldwege und Hofeinfahrten, ideale Orte für die Schwalben, um feuchten Lehm für den Nestbau zu sammeln, sind heute eine Seltenheit. Mehlschwalbennester fallen den teilweise überzogenen Hygienevorstellungen einiger Hausbesitzer zu Opfer und werden nicht selten illegal von der Hauswand entfernt.

 

Dabei gibt es für das Problem der verschmutzten Hauswände eine ganz simple Lösung. Ein einfaches Brettchen, das unterhalb des Nestes angeschraubt wird, fängt den Schwalbendreck auf. Und für aktiven Schwalbenschutz bieten sich künstliche Nisthilfen an.

 

heb

Foto: Günter Lessenich

 

 

Schwalben leicht im Aufwind

 

 

Ergebnisse der „Stunde der Gartenvögel“ im Südwesten

 

 

Die Stunde der Gartenvögel wird immer beliebter, allein in Baden-Württemberg haben über 6.000 Vogelfreundinnen und -freunde bei der 13. Auflage der NABU-Aktion mitgemacht.

 

Erfreuliche Trends gibt es bei Mehl- und Rauchschwalben. - Foto: Thomas Munk

Erfreuliche Trends gibt es bei Mehl- und Rauchschwalben. - Foto: Thomas Munk

 

1. Juni 2017 – Die Stunde der Gartenvögel wird immer beliebter, allein in Baden-Württemberg haben über 6.000 Vogelfreundinnen und -freunde bei der 13. Auflage der NABU-Aktion mitgemacht. „Bei den Ergebnissen gibt es dagegen Licht und Schatten“, fasst Stefan Bosch, Fachbeauftragter für Ornithologie und Vogelschutz beim NABU Baden-Württemberg, zusammen. Zwar sind Mehl- und Rauchschwalbe nach einer kontinuierlichen Abwärtsentwicklung in den vergangenen Jahren erstmals wieder im Aufwind. Dagegen haben andere Arten wie Kohl- und Blaumeise mit teils massiven Bestandsverlusten zu kämpfen. Auch die Mauersegler befinden sich im Südwesten – entgegen dem Bundestrend – im Sinkflug, vergleicht man die diesjährigen Zahlen vom Aktions-Wochenende mit denen aus dem Vorjahr. „Gerade Insektenfresser leiden unter einem stark verminderten Nahrungsangebot. Dabei ist es wichtig, dass weniger Gifte zum Einsatz kommen, in unseren Gärten, aber auch in der Landwirtschaft“, sagt Bosch.

Insgesamt wurden vom großen Vogelzählungs-Wochenende im Mai mehr als 130.000 Vögel aus knapp 3.900 Gärten gemeldet. Im Vergleich zum Vorjahr sind damit über 1.000 Zählorte und mehr als 2.000 freiwillige Zählerinnen und Zähler hinzugekommen. „Das große Engagement freut uns gleich aus mehreren Gründen“, sagt der NABU-Vogelexperte: „Je mehr Menschen mitmachen, umso aussagekräftiger sind die Zahlen. Außerdem lässt sich aus den Ergebnissen ableiten, dass die Artenkenntnisse umso besser werden, je häufiger man mitzählt. Und die Erfahrung zeigt, dass bei Vielen so die Freude an der Naturbeobachtung geweckt wird oder noch zunimmt.“

 

Der Spatz belegt wie im vergangenen Jahr Platz eins im Ländle. - Foto: Helge May

Der Spatz belegt wie im vergangenen Jahr Platz eins im Ländle. - Foto: Helge May

Die ersten fünf Plätze belegen Haussperling – besser bekannt als Spatz –, Amsel, Kohlmeise, Blaumeise und Star. Bei drei dieser fünf Arten sind Rückgänge im Vergleich zum Vorjahr zu verzeichnen, der massivste mit 13 Prozent bei der Kohlmeise. „Insgesamt sind die stark negativen Trends des letzten Winters teilweise wieder ausgeglichen. Ein wichtiger Faktor war damals die Großwetterlage und dadurch ein verminderter Zuzug von Vögeln aus dem Norden“, erläutert Bosch. „Versuche, die ‚Schuld‘ bei Beutegreifern zu suchen, gehen an der Realität vorbei. Das zeigen die aktuellen Zahlen einmal mehr: Die Bestände von Elstern oder Rabenkrähen schießen nicht in die Höhe, sondern bleiben seit Jahren konstant.“

Erfreuliche Trends gibt es bei Mehl- und Rauchschwalben (+ 16 bzw. + 14 Prozent), die sich in den letzten zehn Jahren kontinuierlich im Sinkflug befunden hatten. „Ob sich da eine Trendwende ankündigt, bleibt abzuwarten. Denn die Bestände sind im letzten Jahrzehnt kontinuierlich auf ein immer niedrigeres Niveau gesunken“, sagt der NABU-Vogelfachmann. Die Mauersegler hingegen liegen mit einem Minus von vier Prozent entgegen dem Bundestrend (+30 Prozent) in Baden-Württemberg abgeschlagen auf Platz 11 und wurden dort deutlich seltener während der Stunde der Gartenvögel gesichtet. „Mauersegler haben stark mit einem Mangel an Brutmöglichkeiten zu kämpfen. Umso wichtiger ist es, Nisthilfen als künstliche Alternativen anzubieten und mehr Toleranz gegenüber Gebäudebrütern zu entwickeln.“ (Quelle: NABU)

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Stunde der Gartenvögel vom 12. - 14. Mai

Am zweiten Mai-Wochenende sind erneut Naturfreunde auch in Walldorf und Sandhausen aufgerufen, eine Stunde lang Vögel in Garten und Park zu zählen und zu melden. Im Mittelpunkt der „Stunde der Gartenvögel“ stehen die uns vertrauten und oft weit verbreiteten Vogelarten. Wo kommen Sie vor, wo sind sie häufig und wo selten geworden, wie wirkt sich der Klimawandel auf den Bruterfolg und den Bestand in Sandhausen aus? Je genauer wir über solche Fragen Bescheid wissen, desto besser kann sich der NABU für den Schutz der Vögel stark machen.

Bei der Stunde der Gartenvögel steht die Freude an der Naturbeobachtung im Vordergrund. Ziel der Aktion ist es aber auch, ein möglichst genaues Bild der Vogelwelt in unseren Städten und Dörfern zu erhalten. Dabei geht es nicht um exakte Bestandszahlen aller Vögel, sondern vielmehr darum, Häufigkeiten und Trends von Populationen zu ermitteln. Damit dies repräsentativ ist, sollen die Populationsdaten über mehrere Jahre verglichen werden. So werden neue Kenntnisse zur Entwicklung einzelner Vogelarten sowie zu regionalen Unterschieden gewonnen.

Je größer die Teilnehmerzahl ist, desto wertvoller werden die Ergebnisse. Helfen auch Sie mit, schleichende Veränderungen in der Vogelwelt festzustellen.

Weitere Infos unter www.nabu.de

Rotkehlchen im Garten     Foto: Peter Weiser


Ungenutzte Ecken und gezielte Angebote

 

NABU-Tipps zum Naturschutz im Garten

 

Der gerne gebrauchte Vergleich zwischen der Gartenfläche und der – kleineren – Fläche der deutschen Naturschutzgebiete hinkt natürlich gewaltig; Schreiadler, Luchs und Seehund kommen in Gärten eben nicht vor. Dennoch kann man im eigenen Garten viel für einheimische Tiere und Pflanzen tun.

Taubenschwänzchen an Phlox - Foto: Helge May

Taubenschwänzchen an Phlox - Foto: Helge May

Wichtigste Maßnahmen vorab sind die naturgerechte Bewirtschaftung, eine geringe Bodenversiegelung und der Verzicht auf Gifte, was bereits alleine vor allem bei Kleintieren und Wildkräutern zu einem enormen Artenreichtum führt. Völlig unbewirtschaftete Naturecken und spezielle Lebensraumangebote wie Holz-, Reisig-, Laub- und Steinhaufen, Trockenmauern, Schmetterlingswiesen, offene Lehmstellen und wassergebundene Wege bieten weiteren Spezialisten Nahrung und Unterschlupf. Komplett wird das Ensemble mit Nistkästen und Nisthilfen für Vögel, Fledermäuse, Hummeln und Ohrwürmer.

 

NABU-Tipps für mehr Natur im Garten:

  • Bevorzugen Sie heimische und standortgerechte Bäume, Sträucher und Stauden für die Gartengestaltung, die der hiesigen Tierwelt Nahrung und Unterschlupf bieten.
  • Pflanzen Sie Gehölze, die Vögeln und Insekten Nahrung bieten, sowie Stauden mit einem hohen Wert für die Insektenwelt.
  • Wählen Sie alte, regionaltypische Obstsorten aus spezialisierten Baumschulen.
  • Eine Wasserfläche belebt jeden Garten. Sowohl ästhetisch wie ökologisch ist die Anlage eines Gartenteiches ein Gewinn.
  • Gestalten Sie Wege- und Platzflächen mit ansprechenden, natürlichen Belägen, damit ein Großteil der Niederschläge auf ihrem Grundstück versickern kann.
  • Legen Sie eine Blumenwiese an und mähen Sie zumindest einen Teilbereich der Wiese nur zwei- bis dreimal jährlich.
  • Belassen Sie eine Ecke für Wildkräuter wie die Brennnessel, die unter anderem wichtige Nahrungspflanze für die Raupen zahlreicher Schmetterlingsarten ist.
  • Legen Sie einen Totholzhaufen, einen Laub- oder einen Steinhaufen an. All diese Strukturen bieten Insekten, Vögeln und Säugetieren Unterschlupf.
  • Räumen Sie Ihren Garten nicht im Herbst auf, sondern belassen Sie totes Holz und abgestorbene Pflanzenteile bis zum Frühling im Garten, da zahlreiche Tiere diese Elemente zum Überwintern benötigen.
  • Stellen Sie zum Recycling von Garten- und Küchenabfällen einen Komposthaufen oder Schnellkomposter auf, der wertvolle Komposterde für den Garten liefert.
  • Sammeln Sie Regenwasser in Tonnen oder Zisternen. Regenwasser ist besser für die Pflanzen als teures Trinkwasser aus der Wasserleitung.
  • Hängen Sie Nistkästen für Vögel auf und schaffen Sie Nist- und Überwinterungsmöglichkeiten für Insekten.

Quelle: NABU