Dünenexkursion mit Staatssekretär Baumann

Fast fünfzig Interessierte sind der Einladung des Grünen Kreisverbandes Kurpfalz-Hardt zu einer Exkursion mit Umwelt-Staatssekretär Andre Baumann in die Sandgebiete zwischen Walldorf und Sandhausen gefolgt.

„Was für Ruanda der Berggorilla, ist für die Kurpfalz die vom Aussterben bedrohte Sand-Silberscharte“, bemerkt Baumann, dem als Schwetzinger und vormaligem Nabu-Landeschef die heimischen Sandbiotope

besonders am Herzen liegen. Das Land sei gegenüber der EU verpflichtet, bestimmte seltene Arten zu erhalten, „sonst gibt es einen Blauen Brief aus Brüssel.“

Dank gemeinsamer Anstrengungen von Land, Naturschutzbund (Nabu), Forst und Kommunen habe sich der Erhaltungszustand der Sandrasen auf Binnendünen verbessert - die Ampel sei von rot auf gelb gesprungen.

Kreisvorstandssprecher und Lehramtsstudent Maximilian Himberger leitet an der Waldschule in Walldorf eine Arbeitsgemeinschaft, welche die Naturschutzmaßnahmen auf dem nahen Maulbeerbuckel aktiv begleitet. Seine Schüler hat er zu kurzen Texten über die Dünen je ein Bild malen lassen und stellt nun das selbst gestaltete Spiel vor. „Wer hat Lust mitzumachen?“ fragt er und schickt - ganz Pädagoge - augenzwinkernd hinterher: „Ansonsten bestimme ich Jemanden.“ Auf zweigeteilten Karten findet sich auf einer Seite eines der Kinderbilder oder ein Foto, auf der anderen ein Text. Es gilt, diese „Dominosteine“ so zusammenzulegen, dass Bild und Text zusammenpassen.

 

„Aufpassen!“, ruft der angehende Lehrer auf dem Weg zum Sandbuckel plötzlich. Jemand hätte beinahe

auf die Rosette der Wohlriechenden Skabiose, getreten, eine streng geschützte Dünenpflanze, die im Sommer zartviolett blüht. „Hier muss man auf dem Weg bleiben, das sag ich auch immer meinen Schülern“, so Himberger. „Wir wollen von klein auf für die heimische Natur sensibilisieren“, ergänzt Lorenz Kachler,

Rektor der Waldschule.

Himberger informiert, dass demnächst ein Handlauf den Weg über den Maulbeerbuckel vorgibt und eine Tafel über schützenswertes informiert. Laut Forstbezirksleiter Sebastian Eick wird es auch den Hinweis geben, dass Hunde - besonders in der Brutzeit - an die Leine zu nehmen sind. Die Stadt Walldorf habe sich verpflichtet, das Gebiet nach Ablauf des Nabu-Projekts Lebensader Oberrhein in den forstlichen Revierdienst zu übernehmen und für die Erhaltung zu sorgen.

„Wir brauchen Flächen, auf denen die Natur Vorrang hat“, betont Baumann. Auch wenn sie nicht immer einsichtig sind - sprechen Sie Hundebesitzer an, die ihre Hunde im Naturschutzgebiet frei laufen lassen!“,

appelliert er an die Teilnehmer. „Je mehr das tun desto besser.“ Förster und Ehrenamtliche im Naturschutz solle man mit dieser undankbaren Aufgabe nicht allein lassen.

 

Wie zum Beweis schimpft eine Hundebesitzerin kurz darauf im Naturschutzgebiet „Zugmantel-Bandholz“ lauthals drauflos als sie gebeten wird, ihren Hund anzuleinen.

Tatsächlich sind die Raritäten der Sanddünen wenig spektakulär und oft erst bei genauem Hinsehen zu entdecken. Baumann zeigt das winzige Sand-Vergissmeinnicht und das Frühlings-Hungerblümchen, die früh im Jahr blühen, die trocken-heiße Jahreszeit überdauern und sich so an die extremen Standortbedingungen angepasst haben.

 

Zu sehen ist auch die Graue Zackenmütze, die am Stuttgarter Neckartor als Mooswand eingesetzt wird um den Feinstaub aus der dreckigen Luft zu filtern. Zahlreiche kleine Wildbienen verschiedener Arten fliegen herum oder verschwinden in unterirdischen Gängen im Sandboden.

Am Hardtbach weist Naturschutzwart Peter Weiser darauf hin, dass man hier im Sommer mit etwas Geduld die seltene Libellenart Grüne Flussjungfer beobachten kann.

Die größte Fraktion im Landtag habe sich den Naturschutz auf die Fahnen geschrieben, versichert Staatssekretär Baumann. Nachdem die Naturschutzverwaltung lange ausgedünnt worden sei, habe sie 255 neue Stellen geschaffen. Doch ohne die ehrenamtlichen Naturschutzbeauftragten und

Naturschutzwarte gehe es nicht.

 

Baumann geht auch ein auf den Streit um die L 600 bei Sandhausen-Bruchhausen und das als Ersatzausgleichsmaßnahme geplante Naturschutzgebiet am Brühlweg. Hier werde auf rund 30 Hektar je zur Hälfte lichter Kiefernwald und Sandrasen entstehen. Da die offenen Bereiche nicht größer als

ein Hektar sein dürfen entstehe eine mosaikartige Landschaft. „Ich gehe davon aus, dass in Kürze das Naturschutzgebiet ausgewiesen wird“, sagt er. Das neue Sandbiotop zwischen Pferdstriebdüne und Zugmantel-Bandholz soll für Austausch zwischen den kleinen Populationen sorgen, sagt Baumann und ergänzt: „Wir wollen Isolation verhindern, denn von Königshäusern und Pharaonen wissen wir: Inzucht

ist nicht gut.“

 

Sabine Hebbelmann



„Psychologische Besucherlenkung“

Der Zaun, der beidseits des Weges entlang der Sandrasengebiete im Naturschutzgebiet Pflege Schönau-Galgenbuckel verlief, war schon lange morsch und teilweise kaputt gewesen – ein Ärgernis für viele Spaziergänger. Nun hat das Regierungspräsidium den alten Zaun entfernen lassen. Ersetzt wurde er durch einen Holm auf Kniehöhe, der nur auf einer Seite des Weges und etwas davon abgerückt verläuft. Die „psychologische Besucherlenkung“ hatten Vertreter des Regierungspräsidiums bei einem Ortstermin Ende September angekündigt. Auch für die vergleichsweise hohen Pfosten hatten sie die Erklärung geliefert. Es lasse sich ein mobiler Elektrozaun einhängen, so dass eine spätere Beweidung des Gebietes ermöglicht wird. Auf lange Sicht sollen Schafe, Ziegen und Esel hier zeitweise als „Landschaftsgärtner“ eingesetzt werden und dafür sorgen, dass die artenreichen Sandrasen erhalten bleiben und sich nicht Brombeerbüsche, Robinien und andere unerwünschte Gewächse ausbreiten.

 

Angesichts der Tatsache, dass das Gebiet auf der anderen Seite des Weges zwischen Weg und Böschung nun frei zugänglich ist, appelliert Naturschutzwart Peter Weiser an das Verantwortungsbewusstsein der Besucher und daran, dass es sich bei dem Abschnitt zwischen Weg und Böschung um besonders wertvolle Sandrasen handelt. "Mindestens 95 Prozent der Vorkommen der Sand-Radmelde liegen dort", betont er. In Baden-Württemberg kommt die unscheinbare Pflanze nur noch in den Sandhäuser Dünen vor und gilt als vom Aussterben bedroht. "Auf diesem Teilbereich sind in der Vergangenheit auch am häufigsten und zahlreichsten Raupen des Wolfsmilchschwärmers, Imagines des Kleinen Perlmutterfalters sowie umherlaufende Männchen der Roten Röhrenspinne beobachtet worden", betont Weiser, der sich auch im NABU Walldorf-Sandhausen engagiert. Bisher seien die empfindlichen Arten durch den Zaun vor Trittschäden und Hundekot geschützt gewesen. Da dies nun nicht mehr gegeben ist erinnert der Naturschutzwart an die Regeln für Naturschutzgebiete: Auf den Wegen bleiben und Hunde anleinen.

 

Sabine Hebbelmann


Düne "Am Brühlweg" statt Rückbau der L 600

Sandhausen ist bekannt für seine eiszeitlichen Binnendünen und wertvollen Sandbiotope. Auf einem bewaldeten Dünenzug soll nun ein rund 32 ha großes Naturschutzgebiet neu ausgewiesen werden: die Düne „Am Brühlweg“. Diese und weitere Maßnahmen dienen zum Erhalt der Sandrasen und zum Ausgleich für den Nicht-Rückbau der L 600.

Im jahrzehntelangen Streit um Ausgleichsmaßnahmen für den Bau einer Umgehungsstraße hat der NABU sich maßgeblich dafür eingesetzt, dass dieser Kompromiss im Sinne von Natur und Mensch zustande gekommen ist.


Behutsamer Projektstart

Umsetzung der L 600 - Ersatzausgleichsmaßnahmen beginnt

 

Er war eher unspektakulär, der Start der Umsetzung des ökologischen Ausgleichskonzepts für den Bau der B 535 bei Heidelberg. Bei Nieselregen machten sich nach einer Zusammenkunft im Rathaus Vertreter der Oberen Naturschutzbehörde mit Bürgermeister Georg Kletti und Vertretern des Forstes und der Naturschutzverbände, darunter auch Karin Knitter-Lehmann vom NABU Walldorf-Sandhausen, auf den Weg ins Naturschutzgebiet „Pflege Schönau-Galgenbuckel“.

 

Der Kompromiss eines öffentlich-rechtlichen Vertrages über Ersatzausgleichsmaßnahmen, die den Rückbau der L 600 ersetzen, war nach jahrelangem Streit und zwei Petitionen vom damaligen NABU-Landeschef Andre Baumann eingefädelt worden.

 

Projektleiter Jost Armbruster vom Regierungspräsidium erläuterte mit dem beauftragten Projektmanager Hanspeter Rausch die Maßnahmen, die am 28. November starten sollen. Damit sich Licht liebende Wald- und Wiesenarten ansiedeln können soll in den beiden Naturschutzgebieten „Pflege Schönau-Galgenbuckel“ und „Hirschacker und Dossenwald“ der Wald stellenweise aufgelichtet werden. Im Sandhäuser Schutzgebiet geht es um eine fußballfeldgroße Fläche, auf der in diesem Winter Bäume entnommen werden. Der Weg wird am Rand dieses Gebietes entlang geführt und wie bei der Pferdstriebdüne von einer Besucherlenkung flankiert.

 

Rausch wird dabei eng mit Förster Achim Freund und Forstbezirksleiter Sebastian Eick zusammenarbeiten. Es würden vor allem „kerzengerade Kiefern“, die sich gut vermarkten lassen, ausgewählt, so Rausch. Habitatbäume mit „knorzigem Wuchs“ sollen als Lebensraum dagegen stehen bleiben. Die Bäume werden mit dem Rückeschlepper mit Zangen abtransportiert damit möglichst viel Biomasse abgetragen wird.

 

„Wir sind froh, dass wir den Forst vor Ort haben“, sagte Armbruster und schickte hinterher, er sei sicher, dass etwas Gutes dabei entstehe. Nach der Entnahme der Bäume soll die Fläche so gepflegt werden, dass sich die bereits im Naturschutzgebiet vorkommenden seltenen und geschützten Pflanzenarten Sandstrohblume, Sand-Silberscharte und Ohrlöffel-Leimkraut ausbreiten können. Unerwünschte Pflanzen sollen auf der relativ kleinen Fläche sofort bekämpft werden, betonte er. Auf diese Weise könne sich innerhalb von rund zehn Jahren die typische Sandrasenvegetation einstellen.

 

Laut Armbruster wurde auf Wunsch der Gemeinde der angrenzende Trimm-dich-Pfad von der Maßnahme ausgenommen und bleibt nun so wie er ist.

 

Die vorgestellte Maßnahme ist einer von vier Bausteinen des Gesamtkonzeptes, das auf 20 Jahre angelegt ist. Über die Entwicklung der sogenannten „Brühlweg-Düne“ war bei dem Termin noch nichts Konkretes zu erfahren. Ganz allgemein sagte Armbruster, dass aus dem schwarzen Wald ein lichter offener Weißmoos-Kiefernwald mit Sandrasen werden soll. Auch von einer Verzahnung von Forst und Offenland sprach er.

 

Armbruster stellte in Aussicht, dass auch die weiteren Maßnahmen in enger Abstimmung mit der Gemeinde erfolgen werden. Das Regierungspräsidium werde die Öffentlichkeit mittels einer Projektseite und eines Newsletters über das Projekt auf dem Laufenden halten und auch Führungen anbieten.

 

Sabine Hebbelmann

 


Was passiert mit Wald und Dünen?

Am Brühlweg in Sandhausen wird unter Federführung des Regierungspräsidiums Karlsruhe ein neues Naturschutzgebiet geplant. Es handelt sich bekanntlich um das Kernstück eines Ersatzausgleichskonzepts, das anstelle des ursprünglich geplanten Rückbaus der L 600 beschlossen wurde. Das Gebiet liegt bei den Naturschutzgebieten Pferdstriebdüne und Zugmantel-Bandholz und soll zwischen beiden eine Verbindung herstellen.

 

   Armin Jendrysik vom Nabu Rhein-Neckar-Odenwald bot bei einer Begehung einen Überblick über den Stand der Planungen. Demnach sollen bis 2025 im insgesamt 32 Hektar großen Naturschutzgebiet schrittweise sieben bis acht Hektar Sandrasenflächen und ebenso viel lichte Sandkiefernwälder entstehen. Weit mehr als die Hälfte der Bäume bleiben also stehen. Zumal - wie Jendrysik berichtete - sich die Rodungen auf Flächen kleiner als ein Hektar beschränken, da bei großflächigeren Rodungen für den Wald Ausgleichsflächen geschaffen werden müssten. Wie Mosaiksteinchen könne man sich das vorstellen, so der Geograph. Das mit der Planung beauftragte Walldorfer Umweltbüro Spang Fischer Natzschka GmbH habe versichert, dass die Maßnahmen zum Winter hin in Angriff genommen werden. Sie sollen dann schrittweise bis 2025 umgesetzt werden.

 

   Ähnlich wie auf der Düne Pferdstrieb, wo durch den Südteil ein Handlauf führt während der Nordteil komplett eingezäunt ist, soll es auch „Am Brühlweg“ eine Besucherlenkung geben. „Viele der seltenen Dünenpflanzen sind trittempfindlich“, erläuterte Jendrysik. Außerdem gebe es eine ganze Palette von Wildbienen, räuberischen Laufkäfern und seltenen Heuschrecken. Die Dünengebiete seien außerdem ein Eldorado für bodenbrütende Vögel. Doch würden diese zwei oder dreimal durch Spaziergänger oder freilaufende Hunde gestört, verließen sie ihr Gelege. Durch Einzäunung einzelner Flächen könne man diese Arten schützen. Denn der Besucherdruck durch die angrenzenden Wohngebiete sei groß, berichtete Jendrysik und wie zum Beweis kam eine Gruppe Jogger des Weges. Manfred Löscher, der als pensionierter Erdkundelehrer mit Schülern regelmäßig Pflegemaßnahmen auf den Dünen durchführt, wies auf die Bedeutung der Wege für die Freizeitnutzung hin, worauf Jendrysik ihn beruhigte: Diese könnten weiter wie gewohnt genutzt werden.

 

   Auch das Weidekonzept war Thema. Während aktuell auf den offenen Flächen durch jährliche Landschaftspflegemaßnahmen die Verbuschung zurückgedrängt werden muss, sollen künftig als vierbeinige Landschaftspfleger Schafe, Ziegen und eventuell auch ein paar Esel zum Einsatz kommen. Gedacht ist am eine große gemischte Herde von rund 300 Tieren, die auf den mageren Sandrasen der Region weiden und dabei mit ihrem Fell die Samen der seltenen Pflanzen verbreiten. Dabei sollen sie nur jeweils zwei Wochen im Jahr auf einer Teilfläche bleiben.

Doch es gilt noch zahlreiche Herausforderungen zu bewältigen. Zum einen hängen nicht alle Sandgebiete zusammen, so dass die Tiere mit Hängern umgesetzt werden müssen. Für die Versorgung mit Wasser könnten Tankwagen benötigt werden. Und nahrhaft sind die kargen Sandrasen auch nicht gerade. „Für die Tiere sind das Hungerflächen; das ist, als würde man sie auf Diät setzen“, so Jendrysik. Doch „Wellnessflächen“, wo sie wieder aufgepäppelt werden können, fehlen bisher. Naturschutzwart Peter Weiser schlug die Walldorfer und Nußlocher Wiesen vor, da sie nährstoffreicher seien.

 

   Dass die Beweidung mit der Ausgleichsmaßnahme Brühlweg-Düne und dem Nabu-Projekt Lebensader Oberrhein zwei unabhängige Projekte mit eigener Finanzierung betreffe, mache die Sache nicht einfacher, bemerkte die Vorsitzende des Nabu Walldorf-Sandhausen Karin Knitter-Lehmann.

„Gibt es überhaupt einen Schäfer, der bereit ist, all das für wenig Geld zu leisten?“, fragte Löscher. Hobbyschäfer Onno von der Emde habe sich bereit erklärt, doch man brauche jemanden, der das ganze Projektgebiet aus einer Hand betreut, so Jendrysik. Man sei noch auf der Suche.


Umsetzung der Alternativplanung zum Rückbau der L 600 gestartet

Regierungspräsidentin Nicolette Kressl hat am Mittwoch, 16. März, den Startschuss zur Umsetzung der Alternativplanung für den Rückbau der ehemaligen L 600 gegeben. Bei einem ersten „Jour fixe“ im Rathaus von Sandhausen trafen sich Vertreter der betroffenen Kommunen, der Naturschutz- und der Forstverwaltung und der Naturschutzverbände.

„Sehr wichtig ist uns eine transparente und gute Information der Öffentlichkeit“, betonte Nicolette Kressl. Mit dem „Jour fixe“ solle die partnerschaftliche Zusammenarbeit bei der Umsetzung der Maßnahmen fortgeführt und vertieft werden, so die Regierungspräsidentin.

Dr. Jost Armbruster vom Referat Naturschutz und Landschaftspflege des Regierungspräsidiums Karlsruhe, der das Projekt koordiniert, stellte die vier Module der Alternativplanung vor. Es handelt sich um Maßnahmen am Galgenbuckel bei Sandhausen, am Hirschacker in Schwetzingen und in der Umgebung der B 535 auf Heidelberger Gebiet. Größte vorgesehene Maßnahme ist die Auflichtung und Entwicklung von Sandrasen an der Sandhausener Düne am Brühlweg. Vorbereitende Arbeiten für die Unterschutzstellung dieses Gebiets laufen bereits. Die Öffentlichkeit wird vor und während der Umsetzung konkreter Maßnahmen und selbstverständlich auch begleitend zum Schutzgebietsverfahren informiert und einbezogen, lautet die Zusage aus Karlsruhe.

Im Anschluss an die Diskussion besuchten die Teilnehmer das bestehende Naturschutzgebiet „Sandhausener Düne – Pferdstrieb“. Im Südteil dieses Naturschutzgebietes kann man sehen, wie sich die Düne am Brühlweg in den kommenden Jahren entwickeln soll.

Hintergrund:


Anlass für den geplanten Rückbau der L 600 bei Sandhausen war der Neubau der B 535. Der Planfeststellungsbeschluss für die  B 535 vom 13. Juli 1989 wurde 1997 bestandskräftig. Die Straße wurde am 4. Mai 2000 dem Verkehr übergeben, der Bund als Vorhabenträger war damit verpflichtet, den Rückbau der L 600 vorzunehmen. Die Gemeinde Sandhausen hingegen wollte diese Straße erhalten und stattdessen ein alternatives Ausgleichskonzept erarbeiten. Mit Unterstützung des Regierungspräsidiums wurde 2010 eine solche Ausgleichsplanung vorgelegt. Gegen diese wurde jedoch eine von zahlreichen Bürgern unterstützte Petition beim Petitionsausschuss des Landtages eingereicht, zugleich mit einer Petition der Naturschutzverbände, die das Alternativkonzept unterstützten. Auf Vorschlag des NABU wurde nach diesem erneuten Stillstand ein neuer Kompromiss gefunden und ein modifiziertes Ausgleichskonzept erarbeitet, das auch nach Empfehlung des Petitionsausschusses weiterverfolgt werden sollte.

Nach langen Verhandlungen konnte im Sommer 2015 ein unter der Federführung des Regierungspräsidiums Karlsruhe erarbeiteter öffentlich-rechtlicher Vertrag zwischen den beteiligten Gemeinden, der Straßenbauverwaltung und dem Regierungspräsidium abgeschlossen werden, der die Umsetzung dieses letzten Alternativkonzepts regelt. Daraufhin hat der Landtag mit Beschluss vom 18.2.2016 das anhängige Petitionsverfahren abgeschlossen und die Petition für erledigt erklärt.

 

Quelle: Regierungspräsidium Karlsruhe

 

 

Andre Baumann - damals noch als NABU-Landesvorsitzender - zeigt die bewaldete "Düne Brühlweg"