Storchenansiedelung war kein Selbstläufer

Vogelwart Günter Keim und Altbürgermeister Heinz Merklinger erzählten, wie die Störche in Walldorf wieder heimisch wurden

 

Walldorf. Zu einem „ganz typischen Walldorfer Thema“ begrüßte Wolfgang Högerich im gut gefüllten Sängersaal des Pfälzer Hofes auch Altbürgermeister Heinz Merklinger. „Wir wissen alle, dass er die Wiederansiedlung der Störche ins Leben gerufen und geleitet hat und unser Vogelwart Günter Keim war aktiv daran beteiligt“, sagte der Vorsitzende des Nabu Walldorf-Sandhausen.

Und so bezog Keim den Altbürgermeister in seinen mit zahlreichen Fotos illustrierten Vortrag über die Entwicklung der Störche in Walldorf mit ein. Der 78-Jährige berichtete, dass es einst zwischen Walldorf und Sandhausen einen großen See gegeben habe, den Leimbachsee. Seit der Römerzeit sei dieser durch Wasserentnahme kleiner geworden. „Ich kann mich an die Zeit erinnern, als es noch Feuchtwiesen gab und der Storch zum alltäglichen Bild gehörte“, sagte Keim, der Gründungsmitglied der Nabu-Ortsgruppe ist. Er selbst sei hier nach dem Krieg noch Schlittschuh gelaufen.

Merklinger hatte 1957 als Lehrling im Walldorfer Rathaus angefangen. Von seinem Schreibtisch hatte er direkten Blick auf ein Storchennest und es gehörte zu seinen jährlichen Aufgaben, dem Regierungspräsidium die Ankunft der Störche zu melden. Ab 1968 blieb das Nest leer. Und nicht nur in Walldorf machte sich das Wappentier des Nabu rar. In den 80er Jahren gab es in Baden-Württemberg nur noch wenige Brutpaare und der Storch wurde zum Vogel des Jahres 1984 gekürt.

Die Idee, Meister Adebar in der Astorstadt wieder heimisch werden zu lassen, hatte Robert Finger. Dass der ehemalige Lehrer der Waldschule in direkter Nachbarschaft zu einem alten Kamin mit Storchennest (in der Hirschstraße) aufgewachsen war, mag dabei eine Rolle gespielt haben. Bürgermeister Merklinger war gleich begeistert, doch die Umsetzung gestaltete sich schwierig. Ein auf der heutigen „Storchenwiese“ aufgestellter Turm mit vorbereitetem Nest wurde zunächst nicht angenommen.

Merklinger besuchte ein Seminar der angesehenen Vogelwarte Radolfzell und bekam wertvolle Hinweise, etwa den, das Nest mit Holzhackschnitzeln auszukleiden und mit Kalkbrühe zu behandeln, damit es benutzt aussieht. Als Lockvogel diente ein Storch aus dem Storchenzentrum Bornheim, der in einer Voliere neben dem Horst platziert wurde. Günter Keim, der den Vogel versorgte, drängte darauf, dass Teiche ausgehoben werden. Die Feuchtwiesen waren nämlich längst trocken gefallen und Maisfelder dehnten sich in der Umgebung aus. Wo sollte ein Storch da Frösche finden?

Das Wasser für die Teiche stammte aus dem Hardtbach. Da es zunächst aber nicht recht fließen wollte, musste mit einem kleinen Damm nachgeholfen werden.  Der Lockstorch bekam in seiner Voliere Gesellschaft und bald stellten sich auch neugierige Besucher in Form freilebender Artgenossen ein. 2007 machte sich der erste Storch daran, den Horst weiterzubauen. Ein Weibchen wurde freudig begrüßt und noch im selben Jahr konnte der Nachwuchs, Jungstörchin „Astoria“, beringt werden.

Seitdem brüten jedes Jahr Störche in Walldorf. Im zweiten Jahr waren bereits vier Junge im Nest. Auf den Fotos von der Beringung liegen sie da wie aufgereiht. „Die stellen sich tot“, sagte Keim. Er hat nachgezählt: Seit 2007 sind 29 Störche sind in Walldorf aufgewachsen. „Einer ist runtergefallen, den hat der Fuchs geholt.“

Die Fotos aus verschiedenen Jahren belegen auch, dass die Störche, die sich zu Beginn des Vogelzuges auf der Wiese sammeln, immer zahlreicher werden und sich weitere Vogelarten dazu gesellen. Erst 2017 waren erstmals drei der vier Horste der Stadt belegt. Keim erläuterte, dass ein einzelnes Brutpaar sein Revier energisch verteidigt, doch ist erst eine Kolonie entstanden so leben Störche friedlich miteinander.

Durch den Bergbau sei der Bereich des einstigen Sees seit der Römerzeit mit Schwermetallen belastet und es dürfe kaum etwas angebaut werden, sagte Keim und schickte hinterher: „Ich fände es gut, wenn man die Storchenwiese unter Naturschutz stellen würde.“

Dieser Anregung schloss sich auch Merklinger an. Daneben erzählte er zahlreiche Anekdoten, etwa wie „Astoria“ in einem Maisfeld verloren ging und einen Rettungseinsatz auslöste oder wie sie einst unmittelbar vor seiner Windschutzscheibe auftauchte. „Ich habe an die Schlagzeile in der Zeitung gedacht, ‚Bürgermeister tötet ersten Walldorfer Storch‘ und gleich veranlasst, dass ein Tuch gespannt wird“, schmunzelte Merklinger.  Später wurde dann eine Allee an der Straße gepflanzt. Eines Tages habe eine  Redakteurin des Regionalsenders angerufen und gefragt, ob die Rückkehr der Störche Auswirkungen auf die Geburtenrate in Walldorf habe.

Er sei stolz darauf, dass er als Storchenvater bezeichnet werde, so Merklinger. Doch viel wichtiger sei die Storchenmutter: mit Liebe, Leidenschaft und großem Sachverstand betreue Günter Keim die Walldorfer Störche. „Um ihre Zukunft ist mir überhaupt nicht bange solange Günter sich um sie kümmert.“

Sabine Hebbelmann


Vortrag: Entwicklung der Störche in Walldorf

Über Jahrzehnte waren in Walldorf keine Störche mehr gesichtet worden bis im Jahr 2004 der Hardtgraben ausbrach und die Wiesen im Röhricht überschwemmte. Mit einem Mal zeigten sich in diesem Gebiet mehr als hundert Vögel, darunter auch mehrere Störche. Das brachte den damaligen Bürgermeister Heinz Merklinger auf die Idee, den Storch wieder in Walldorf anzusiedeln.

 

Ein Horst, den die Stadt aufstellen ließ, blieb zunächst leer. Nach zwei Jahren beschloss man daher nachzuhelfen und stellte eine Voliere mit zwei Zuchtstörchen auf. Vogelwart Günter Keim vom NABU Walldorf-Sandhausen versorgte die „Lockvögel“, die schon bald das Interesse ihrer wild lebenden Artgenossen erregten. Er sorgte auch dafür, dass Teiche angelegt wurden. 2008 ließ sich das erste Brutpaar auf dem Nest nieder und im selben Jahr wurde der erste Jungstorch beringt.

 

Einen Vortrag über "Die Entwicklung der Störche in Walldorf bis heute" hält Vogelwart Günter Keim am Mittwoch, 20. Dezember um 20 Uhr im Pfälzer Hof in Walldorf. Besonders freut er sich, dass auch Alt-Bürgermeister Heinz Merklinger sein Kommen zugesagt hat. Beginn ist um 20 Uhr. 

Störche zurück in Walldorf

Aus Maisfeldern wurde ein Vogelparadies

Nachdem 1967 die letzten Störche Walldorf verlassen hatten, kommen sie seit 2007 nun wieder jedes Jahr ins Gewann Röhrig. Das Besondere: Sie brüten seit 2008 auch erfolgreich! Eine Leistung, die im Wesentlichen dem Einsatz unserer Aktiven zu verdanken ist. Nicht zuletzt, indem sie sich dafür einsetzten, die Maisäcker im Röhrig in Wiesen umzuwandeln und so einen Lebensraum für Störche zu schaffen.


Neues von der Storchenwiese

12. Mai 2017

In der Zwischenzeit ist noch ein drittes Brutpaar dazu gekommen, und auch auf dem vierten Nistturm gibt es - bisher erfolglose - Versuche eines weiteren Paares, sich nieder zu lassen.

Während im angestammten Nest bereits zwei Jungstörche der Beringung Ende des Monats entgegen sehen, wird in den beiden anderen Horsten noch gebrütet.

Im Horst auf dem Aussiedlerhof nahe der Walldorfer Wiesen sind ebenfalls zwei Jungstörche geschlüpft, etwas später als die auf der Storchenwiese. Und auch auf dem Aussiedlerhof kann ein weiterer Horst auf der Spitze einer Tanne beobachtet werden - ob es dort zu einer erfolgreichen Brut kommt, sei dahin gestellt.

Die gesteigerten Brutaktivitäten führen wohl auch dazu, dass sich auf den Wiesen im Osten von Walldorf zur Zeit  jeden Morgen zwischen 30 und 50 Störche einfinden. 

Sicher spielt auch der Wertstoffhof Wiesloch in unmittelbarer Nähe eine nicht unerheblich Rolle - hier dürften Kleinnager in großer Menge zu finden sein, was auch Schwarz- und Rotmilane anzieht.


von Peter Weiser, 7. April 2017

Dass sich die Storchenweise zu einem echten ökologischen Kleinod entwickelt hat, ist sicher keinem Walldorfer Bürger verborgen geblieben. In diesem Jahr haben die Störche zum ersten Mal ein zweites Brutpaar auf einem benachbarten Nistturm zugelassen. Das Paar ist zwar spät dran und hat den Turm erst etliche Wochen nach dem alteingesessenen Paar belegt, aber vielleicht ist die Brut dennoch erfolgreich. Darüber hinaus kann man immer wieder sehr interessante Beobachtungen während des Vogelzugs machen. Am 4. und 5. April rasteten zwei Kampfläufer (Philomachus pugnax) im Schlichtkleid an den Teichen auf der Storchenwiese. Diese bei uns seltenen Watvögel überwintern im westlichen Afrika und haben ihre Hauptbrutgebiete in der nördlichen Tundra.

 

Im Prachtkleid sind die Männchen sehr auffällig und zeigen ein komplexes Balzverhalten. Früher waren sie in ganz Mitteleuropa verbreitet. Doch extensiv genutztes Feuchtgrünland ist inzwischen in den meisten Landesteilen völlig verschwunden, und damit auch der Lebensraum für den Kampfläufer.

 

Die Storchenwiese mit ihren flachen Teichen bietet dem Kampfläufer auf dem Zug in die Brutgebiete zumindest eine attraktive Raststätte mit gutem Nahrungsangebot.

 

Es lohnt sich also, die Storchenwiese aufmerksam zu besuchen, und vielleicht einmal mit einem Feldstecher die Flachwasserzone abzusuchen. Auch andere Watvögel wurden schon beobachtet, so unter anderem Bekassinen und Bruchwasserläufer.

 

Störche und mehr

Die Storchenwiese im Gewann Röhrig mit ihren Teichen und sparsam gemähten Wiesenflächen ist nicht nur als Aufzuchtgebiet für das dort brütende Storchenpaar interessant. Insgesamt hat sich das Gebiet positiv entwickelt, und eine Fülle von Tier- und Pflanzenarten können hier beobachtet werden. Insbesondere ist die Storchenwiese mittlerweile zu einem bedeutenden Rastgebiet für Zugvögel im Frühjahr und Herbst geworden.

 

Um die Situation systematisch zu erfassen, wird NABU-Mitglied Dr. Peter Weiser in diesem Jahr öfter die Wiesen zu einer Bestandsaufnahme von Pflanzen und Insekten begehen. Dies geschieht natürlich in Absprache mit der Stadt Walldorf und wird unter größtmöglicher Rücksichtnahme auf die dort brütenden Störche durchgeführt.

 

Sollten Sie also in den kommenden Wochen hin und wieder jemanden mit Notizbuch und Fotoapparat auf der Storchenwiese sehen, so hat das eine guten Grund. Herr Weiser steht ihnen bei Fragen auch gerne zur Verfügung und erteilt Auskunft über die ökologische Bedeutung der Walldorfer Storchenwiese.

 


Rast- und Heimstätte für seltene Vögel

Die Walldorfer Storchenwiese hat sich zu einem interessanten Biotop entwickelt - der Storch ist längst nicht der einzige Star in diesem Feuchtgebiet. Zu Zugzeit - wie im Moment - kann man immer wieder Arten beobachten, die bei uns als Brutvögel inzwischen selten geworden sind: Kiebitze, Wiesen- und Bergpieper, oder Schwarzkehlchen. Es gibt aber auch dauerhaft Bewohner wie den Eisvogel oder die Wasserralle. Bei der letzteren handelt sich um einen sehr scheuen Rallenvogel, der durch seine quiekende Stimme auffällt, sich sonst aber eher zurückhaltend gibt. Da feuchte Lebensräume mit Schilfbewuchs rar geworden sind, trifft man auch die einzelgängerische Wasserralle nur noch selten an. Auf der Storchenwiese kann man sie im Winter regelmäßig hören, mit etwas Glück bekommt man sie auch kurz zu Gesicht. In den 1990er Jahren zählte man in Banden-Württemberg deutlich weniger als hundert Brutpaare. 

Peter Weiser, März 2016

Schwarzkehlchen (links) und Wasserralle   Fotos: Peter Weiser


Nachwuchs bei den Walldorfer Störchen

(heb) Die Weißstörche auf der Walldorfer Storchenwiese haben wieder erfolgreich gebrütet. Die zwei Storchenkinder werden aufgrund der kalten Witterung von ihren Eltern abwechselnd unter die Fittiche genommen und warm gehalten. Die Vögel hudern, heißt es vogelkundlich korrekt. Das tun sie so lange bis es warm genug ist beziehungsweise bis die Jungen ihre Körpertemperatur selbst halten können.

Ob es wohl dieselben Störche wie im Vorjahr sind? Einer von ihnen ist beringt, der andere nicht.

Schichtwechsel beim Versorgen und Wärmen der Jungen - Foto: Peter Weiser


 

Das geht gar nicht!

 

Während der Beobachtungen zur „Stunde der Gartenvögel“ am Naturgarten konnten wir leider nicht nur Vögel beobachten.

Das Verhalten der Menschen auf dem Foto gefährdet den Bruterfolg der Störche massiv.

Neues von der Storchenwiese

Bitte nicht stören!

Die Störche sind zurück in Walldorf. Wie seit Jahren hat sich ein Brutpaar auf einem der vier Storchentürme auf der Storchenwiese im Gewann Röhrig niedergelassen, ein weiteres auf einem nahe gelegenen Hof. Seit sie in der Astoria-Halle von den „Storchenküken“ der KG Astoria Störche begrüßt wurde, weiß sogar die Bundeskanzlerin, dass Störche die heimlichen Wappentiere Walldorfs sind.

 

Doch Mitglieder des NABU Walldorf-Sandhausen sind besorgt. „Immer häufiger wird die Wiese betreten, die Störche könnten beim Brüten gestört werden“, sagt die Vorsitzende Karin Knitter-Lehmann. Da gibt es zum einen den Jäger, der am Waldrand drei Hochsitze hat. „Das sollte aber niemanden dazu verleiten, den Pfad am Wald zu betreten“, mahnt ein Mitglied und ergänzt: „Auch der Jagdpächter müsse Rücksicht nehmen, insbesondere wenn gerade für viele Arten Schonfrist ist.“

 

Ein anderer Naturfreund äußert: „Es herrscht reger Betrieb, Hunde werden nicht angeleint.“ Dabei gebe es in der Nähe Auslaufmöglichkeiten auf der eigens dafür angelegten Hundewiese. Dazu wird der Schotterweg, der von der Stadt Walldorf für das Beringen der Jungstörche angelegt wurde, wird von Spaziergängern genutzt, die zum Fotografieren möglichst nah an das Nest kommen wollen.

 

Dabei weisen Schilder der Stadtverwaltung darauf hin, dass es sich um ein Storchenaufzuchtgebiet handelt und Spaziergänger Rücksicht nehmen und auf dem ausgewiesenen Weg bleiben sollten. Vom 1. Februar bis 31. August gilt zudem ein striktes Anleingebot für Hunde. Damit der Pfad am Waldrand nicht mehr begangen wird, schlägt der NABU entsprechende Hinweise oder eine Absperrung vor.

 

Der Naturschutzverband hatte sich vor Jahren dafür eingesetzt, die Maisäcker in Röhrig in Feuchtwiesen umzuwandeln und einen Lebensraum für Störche zu schaffen.

heb


Besonders früh hat sich dieses Jahr der erste Storch auf dem Nest des Aussiederhofes niedergelassen.

...und auch der Storch ist wieder da. Dank an Katharina Minack für die schönen Fotos!

Nicht alle Störche sind echte Frühlingsboten

Viele Weißstörche sind schon zurück / Geändertes Zugverhalten macht sich bemerkbar

 

Stuttgart/Mössingen – In den vergangenen Tagen wurden dem NABU bereits die ersten zurückgekehrten Weißstörche gemeldet, etwa aus Oberschwaben, vom Bodensee und vom Oberrhein. „Doch das sind nicht alles Zugvögel", erklärt Daniel Schmidt-Rothmund vom NABU-Vogelschutzzentrum in Mössingen. „Diese Vögel haben als so genannte Winterflüchter die bei uns sehr kalten Tage vermutlich im milden Elsass verbracht und sind gar nicht erst nach Afrika gezogen. Sie kehren jetzt bereits zurück.“ Störche, die in Afrika überwintern, kommen erst ab Mitte März wieder nach Baden-Württemberg. Lange Zeit waren Störche als Frühlingsboten bekannt. Mittlerweile ist die Rückkehr der Weißstörche kein Anzeichen mehr für die nahende wärmere Jahreszeit.

 

Weißstörche haben sich unter anderem in der Nähe von Radolfzell am Bodensee, bei Bad Saulgau (Oberschwaben) und in der Nähe von Tübingen sehen lassen. „Die Vögel, die derzeit ankommen, versuchen die besten Brutplätze zuerst zu besetzen. Sie sind jetzt allerdings mitten in die bei uns ungünstige Witterung hineingeflogen“, erklärt der Biologe Schmidt-Rothmund. Weißstörche können jedoch bis zu einer Woche ohne Nahrung auskommen, so dass sie das kalte Wetter dieser Tage problemlos aushalten.

 

Das gleiche gilt für die vielen ohnehin im Land überwinternden Störche, die sich derzeit von Mäusen und kleinen Fischen ernähren. „Es kommt aber auch immer wieder vor, dass Störche hier bleiben, weil sie gefüttert werden“, sagt Schmidt-Rothmund. „Genau wie viele andere Fachleute sehe ich diese Entwicklung kritisch, weil sie ein unnötiger Eingriff in die natürliche Entwicklung ist und nichts mit Artenschutz zu tun hat.“

           

Neben den derzeit wieder eintreffenden Winterflüchtern gibt es inzwischen viele Weißstörche, die statt nach Afrika nur bis Spanien fliegen. Da auch ihr Rückweg viel kürzer ist, kehren sie ebenfalls immer früher zu uns zurück. „Aufgrund dieses veränderten Zugverhaltens dient der Storch nicht mehr als klassischer Frühlingsbote“, erläutert der Leiter des NABU-Vogelschutzzentrums. Während noch vor wenigen Jahrzehnten Anfang März eintreffende Vögel als Frühankömmlinge bezeichnet wurden, gehören die im Februar zurückkehrenden Störche heute schon zum gewohnten Bild. Die Mehrzahl wird aber erst im März und April zurück erwartet. Sie kehren über Gibraltar oder über den Bosporus aus Afrika heim.

 

via NABU Baden-Würtemberg



Storchenberingung in Walldorf am 12. Juni 2014

Seit Jahren beringt Herr Stein schon die Störche in Walldorf. Mit Hilfe eines Hubwagens gelangte er zum Storchennest hinauf. Die Jungstörche auf der Storchenwiese waren nicht sehr begeistert, einer hat vom Hardtbachdamm aus zugesehen, wie Herr Stein den zweiten beringte. Somit ist zunächst nur ein Storch von der Storchenwiese mit Beinschmuck versehen worden. Durch einen Zwischenfall musste der Hubwagen heute ein zweites Mal ausrücken, wobei auch der zweite Jungvogel beringt werden konnte. Der inzwischen zugewachsene Weg zu den Storchennestern hat sich für den Hubwagen als sehr nützlich erwiesen und die ganze Beringung sehr vereinfacht. 

Auch auf dem Aussiedlerhof Nauert hat Herr Stein die dort lebenden drei Jungstörche beringt. Die Störche auf dem Nauertschen Hof sind in etwa 4 Wochen jünger als die auf der Storchenwiese und waren daher noch nicht in der Lage, die Flucht anzutreten. Die drei kleinen haben die Beringung über sich ergehen lassen und sich nicht mehr gerührt bis Herr Brecht und Herr Keitel von der Stadt Walldorf, Herr Stein (beringt die Störche), Herr Pfeifer (Fotograf), Herr Keim und Frau Knitter-Lehmann vom NABU Walldorf-Sandhausen wieder abgerückt waren. Den Storcheneltern hat die ganze Prozedur sichtlich missfallen, sie haben ihre Jungen aus der Luft im Auge behalten und waren froh, als die Störung vorbei war. 

Mit 5 Jungstörchen kann man dieses Jahr als gutes Storchenjahr bezeichnen.

 

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